wir warten grade auf unseren bus von copacabana am titicacasee nach cusco und da nehme ich doch mal diue gelegenheit wahr, bolivien und unsere erlebnisse ein wenig revue passieren zu lassen.
eigentlich laesst sich der letzte monat sehr einfach und kurz zusammenfassen: HARDCORE!!!!!
euch zuliebe werd ich das ganze allerdings noch ein wenig auformulieren.
den ersten teil unsrers trips hier hat philipp (oder piranha phil, wie er jetzt genannt werden will)ja schon zusammengefasst. ich (nennt mich pink dolphin joe!!!) mach mich mal an den zweiten teil.
es ist echt nicht einfach, irgendeine struktur hier reinzukriegen, dafuer war es einfach zu viel. von sucre ging es nach santa cruz, der groessten stadt boliviens. 22 stunden im bus, 20 davon ueber schotterpisten durch den dschungelregen, zwei reifenpannen, aber keine verspaetung!!! das schien eingeplant zu sein. ueber santa cruz laest sich nicht viel sagen, den goessten teil des tage haben wei mit schachspielen zugebracht. dann gings anch cochabamba, ein weiterer horrortrip im bus, aber man gewoehnt sich an alles...
in dieser zeit waren wir mit mascha und elias aus amsterdam unterwegs, dem letzten ueberbleibsel unserer uyuni tour. ein ewigt zankendes paerchen hollaender, sehr interessante gesellschaft, in der uns nie langweilg wurde.
allgemein war von langeweile nichts zu spueren.
ich habe mich einen tag vor dem rest nach la paz aufgemacht und im bus meytar aus israel kennengelernt. sie machte mich mit dem namen vertraut, der den rest unserer reise durch bolivien praegen sollte: SHAUl!!!! israeli, lebt seit 15 jahren in bolivien, bietet illegale touren in den dschungel an... im hstel lernten wir dann noch mehr israelis (ueberraschung) kennen, die uns auch eine ungefaehre addresse verraten konnten. kenntlich war seine "agentur" einzig durch einen zettel an der tuer mit seinem namen darauf. keine werbung, keine flyer, alles auf hebraeisch, total chaotisch und unorganisiert, also genau unser ding. am naechsten morgen ging es los! rio verde. mit einem heftigen kater, schliesslich musste man sich noch von den hollaendern verabschieden.
acht stunden im minibus, campen am flussufer. abgesehen von maja aus daenemark waren wir die einzigen nichtisraelis. die naechsten sechs tage haben wir in ausserst beeindruckender umgebung mit canyoning (man klettert, kriecht, schwimmt einen reissenden, erbaermlich kalten fluss hoch) tubing (man brettert in einem lkwreifenschlauch eine fluss runter) und rafting (10 leute, plus gepaeck, plus vorraete fuer sechs tage auf einem floss aus diesen schlaeuchen) verbracht. in diesen sehs tagen waren wir nicht wirklich oft trocken. koerperliche und geistige grenzerfahrung bolivien.
anschliessend liessen wir uns von den israelis uebberreden, nach rurrenabaque zu fahren, noch tiefer in den dschungel.
dreitagestour in die pampas. affen, kaimane, alligatoren, piranhas, pinke flussdelphine, moskitos, wolkenbrueche.
philipp ist sooooo stolz, dass er piranhas gefangen hat. mir haben sie nur den koeder vom haken gefressen, diese drecksviecher.
ich kann allerdings vorweisen, mit den delphinen (und piranhas und alligatoren) geschwommen zu sein und sogar von ihnen beruehrt worden zu sein.
danach ging es wieder nach la paz, schliesslich ging die em los, das musste man schon in adaequater umgebung geniessen.
also eingecheckt im wild rover, dem ort an dem es bier zum fruestueck gibt, trikots gekauft (alemania fussball bund!!!!!) und den hollaendern beim verlieren zugeschaut. (ein ausgesprochen guter tag)
leute, dieser eintrag erhebt keinerlei anspruch auf vollstaendigkeit, korrekte chronologie und so weiter. ihr kennt uns ja alle, stellt euch den fehlenden rest vor, das ganze noch ein wenig haerter als in euren dunkelsten vorstellungen und traeumen... vergesst es, bolivien muss man selbst erleben.
Dienstag, 12. Juni 2012
bolivien - kann was...
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Standort:
Copacabana
Sonntag, 27. Mai 2012
Was ist eigentlich aus den zwei Typen geworden?
Nach langer Abwesenheit moechten wir uns Mal wieder melden und berichten, wie es uns ergangen ist.
Nach der Wueste haben wir das Altiplano (bolivianisches Hochland) überquert. Wir haben auf fast 5000 Metern übernachtet, haben Flamingos in ihrem natürlichem Lebensraum beobachten können und sind mit 150 km/h über Stein und Geröll gefahren. Wir haben die giftigen Dämpfe von Geysiren genossen und in heissen Quellen gebadet. In Bolivien begann wohl einer der erlebnisreichsten Abschnitte unserer Reise. Nach dem Hochland besuchten wir den Salzsee von Uyuni. Eine riesige weisse Flaeche. 12000 Quadratkilometer Salz, das hier noch von Hand abgebaut wird. In harter stundenlanger Arbeit wird die Oberfläche aufgebrochen und das Salz zu Haufen aufgeschüttet, damit es an der Luft trocknen kann, um leichter abtransportiert zu werden. Das Kilo Salz kostet danach 10 Cent. Trotzdem leben ganze Dörfer ausschliesslich von der Salzproduktion. Nach Uyuni, wo wir eine ganze Reisegruppe angehortet haben ging es mit 12 Leuten weiter nach Potosí. Die höchste Stadt der Erde beherbergt auch das grösste Silbervorkommen. Bolivien ist ein Land der Superlative. Hier machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit der bolivianischen Protestkultur. Etwa 3 km vor der Stadt, fand unsere Busfahrt ein jähes Ende. Die Strasse war blockiert. Minenarbeiter forderten bessere Löhne und mehr staatliche Unterstützung. Also, alles aussteigen, die Blockade zu Fuss überwinden und mit dem Taxi in die Stadt fahren.Die höchste Stadt der Welt zeigte sich von ihrer besten Seite und noch immer sieht man den vorhandenen Reichtum, der Potosi um 1600 zu einer der wichtigsten und grössten Städte der Welt werden liess. So war Potosi in einer Reihe mit Paris, London oder Venedig zu nennen. Fasst alle spanischen Silbermünzen dieser Zeit hatten ihren Ursprung in Potosi. Es war zwar nicht das erhoffte El Dorado, für die spanische Krone, aber dennoch ein Gewinn. Von hieraus ging das Silber in die ganze Welt und auch das Dollar Zeichen hat hier seinen Ursprung. Natürlich konnten wir uns eine Besichtigung der Silberminen nicht entgehen lassen. Also Overall, Gummistiefel und Helm angezogen, dann auf zum Markt, um Dynamit, Coca und Wasser zu kaufen. Als Geschenk für die Arbeiter versteht sich. Die Besichtigung begann in der Raffinnerie. Hier konnten wir die Reinigung und den Purifikationsprozess begutachten. Faszinierend, was man mit Joghurtbechern, ein paar giftigen Chemikalien und Silberoxid anstellen kann. Von dort ging es weiter in die Minen. Es ist schwer dieses Erlebnis zu beschreiben. Es warr zu eindrucksvoll, um Einzelheiten zu nennen. Dennoch möchte ich es versuchen.
Es war stockfinster. Es roch nach Schwefel. Es war stickig. Es war heiss. Wir hatten das Glück Spanisch zu verstehen und waren somit in einer Dreiergruppe, geführt von einem ehemaligen Mineur. Immer tiefer krochen wir in den Berg. Mehr als einen Kilometer unter die Erde. Durch kleine Löcher, verschlungene Abkürzungen. Was, wenn jetzt die Decke herabstürzt? ABer wir vertrauen den Arbeitern und ihrer Erfahrung. Unser Guide erklärte uns die Erkundungs- und Funktionsweise der einzelnen Minenabschnitte. Dann gehen wir um eine Biegung, der Guide warnt uns noch kurz was jetzt kommen wird und es ist ploetzlich kaum auszuhalten. Bei 45 Grad über Null arbeiten die Mineure hier in 8 - 12 Stundenschichten. Der jüngste von ihnen ist 12 Jahre alt. Als wir selbst Hand anlegen durften, merkten wir, was für eine Schufterei das ist. Man darf sich keinen Fehler erlauben oder man rauscht der Lore hinterher in ein 50 Meter tiefes dunkles Loch auf die naechste Ebene. Der Atem geht schwer. Man bekommt kaum Luft. Das Tuch das uns vor dem kratzenden Staub schützen soll wird bald zur Last und wir ziehen es ab. Als wir beobachten, wie 3 Maenner eine der Loren bewegen (Leergewicht 250 kg, Voll 1 Tonne), entgleist sie. Routiniertes Gebrüll, Hektik, schon ist sie wieder auf die Gleise gehieft. Unvorstellbar, was Menschen leisten können. Tief unter der Erde, auf engstem Raum, nur mit dem spärlichen Licht ihrer STirnlampen gegen die Dunkelheit gewappnet. Dann geht alles wieder ganz schnell. Die andere Gruppe ist schon am Ende. Beeilung jetzt. Wir rennen durch die Stollen. Links, rechts. Würden wir jetzt den Guide verlieren, hätten wir echt Probleme. Zwar kann man leicht Norden und Süden, am Wachstum der Silberadern erkennen, aber welche ABzweigung führt nach draussen. Da erreichen wir eine Halle. Alles ist in blutigen Rottönen. Ein beeindruckendes Ende. Hier machen wir ein Abschiedsgruppenfoto. Es ist ein unbeschreibbares Gefühl endlich aus dem Stollen zu treten und wieder Tageslicht und Frischluft zu verspüren.
Von Potosi ging es weiter nach Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens. Das ist ein wenig kompliziert. La Paz ist nämlich nur der Regierungssitz. Von Sucre fuhren wir mit einem lebensgefährlichen Nachtbus nach Santa Cruz. Die Busse in Bolivien sind ein eigenes Thema. ¡Stellt euch einfach einen 30 Jahre alten Bus vor, der mit Reifen ohne Profil auf Schotterstrassen von 4700 Meter auf knappe 2000 hinabfährt und bei nacht Gebirgsketten durchquert. Nun fügt man der staubigen Strasse noch etwas Regen hinzu und schon hat man eine delikate Mischung, die sich eingentlich überhaupt nicht verträgt, aber überraschend gut funktioniert. Diese Busfahrt war besserals jede Achterbahn. Wenn man mitten in der Nacht aufwacht und merkt, dass der Buss quer zur Strasse steht und seine Spitze nurnoch 1 Meter von einem Abgrund enfernt ist, dann weiss man, dass man noch am Leben ist. Am Morgen erreichten wir den Regenwald um Santa Cruz. Eine hübsche Stadt, aber wenig zu unternehmen. Von Santa Cruz, wo Jakob dann die Kamera aus dem Bus geklaut wurde, fuhren wir weiter nach Cochabamba und von dort nach La Paz. Hier befinden wir uns immernoch und erfreuen wir uns bester Gesundheit. Jetzt begeben wir uns in die Stadt um unsere Tour in den Dschungel zu planen. Vielleicht findet Jakob heute noch Zeit über seine Erfahrungen mit der Bolivianischen Polizei zu berichten.
Hasta Papaya!
Nach der Wueste haben wir das Altiplano (bolivianisches Hochland) überquert. Wir haben auf fast 5000 Metern übernachtet, haben Flamingos in ihrem natürlichem Lebensraum beobachten können und sind mit 150 km/h über Stein und Geröll gefahren. Wir haben die giftigen Dämpfe von Geysiren genossen und in heissen Quellen gebadet. In Bolivien begann wohl einer der erlebnisreichsten Abschnitte unserer Reise. Nach dem Hochland besuchten wir den Salzsee von Uyuni. Eine riesige weisse Flaeche. 12000 Quadratkilometer Salz, das hier noch von Hand abgebaut wird. In harter stundenlanger Arbeit wird die Oberfläche aufgebrochen und das Salz zu Haufen aufgeschüttet, damit es an der Luft trocknen kann, um leichter abtransportiert zu werden. Das Kilo Salz kostet danach 10 Cent. Trotzdem leben ganze Dörfer ausschliesslich von der Salzproduktion. Nach Uyuni, wo wir eine ganze Reisegruppe angehortet haben ging es mit 12 Leuten weiter nach Potosí. Die höchste Stadt der Erde beherbergt auch das grösste Silbervorkommen. Bolivien ist ein Land der Superlative. Hier machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit der bolivianischen Protestkultur. Etwa 3 km vor der Stadt, fand unsere Busfahrt ein jähes Ende. Die Strasse war blockiert. Minenarbeiter forderten bessere Löhne und mehr staatliche Unterstützung. Also, alles aussteigen, die Blockade zu Fuss überwinden und mit dem Taxi in die Stadt fahren.Die höchste Stadt der Welt zeigte sich von ihrer besten Seite und noch immer sieht man den vorhandenen Reichtum, der Potosi um 1600 zu einer der wichtigsten und grössten Städte der Welt werden liess. So war Potosi in einer Reihe mit Paris, London oder Venedig zu nennen. Fasst alle spanischen Silbermünzen dieser Zeit hatten ihren Ursprung in Potosi. Es war zwar nicht das erhoffte El Dorado, für die spanische Krone, aber dennoch ein Gewinn. Von hieraus ging das Silber in die ganze Welt und auch das Dollar Zeichen hat hier seinen Ursprung. Natürlich konnten wir uns eine Besichtigung der Silberminen nicht entgehen lassen. Also Overall, Gummistiefel und Helm angezogen, dann auf zum Markt, um Dynamit, Coca und Wasser zu kaufen. Als Geschenk für die Arbeiter versteht sich. Die Besichtigung begann in der Raffinnerie. Hier konnten wir die Reinigung und den Purifikationsprozess begutachten. Faszinierend, was man mit Joghurtbechern, ein paar giftigen Chemikalien und Silberoxid anstellen kann. Von dort ging es weiter in die Minen. Es ist schwer dieses Erlebnis zu beschreiben. Es warr zu eindrucksvoll, um Einzelheiten zu nennen. Dennoch möchte ich es versuchen.
Es war stockfinster. Es roch nach Schwefel. Es war stickig. Es war heiss. Wir hatten das Glück Spanisch zu verstehen und waren somit in einer Dreiergruppe, geführt von einem ehemaligen Mineur. Immer tiefer krochen wir in den Berg. Mehr als einen Kilometer unter die Erde. Durch kleine Löcher, verschlungene Abkürzungen. Was, wenn jetzt die Decke herabstürzt? ABer wir vertrauen den Arbeitern und ihrer Erfahrung. Unser Guide erklärte uns die Erkundungs- und Funktionsweise der einzelnen Minenabschnitte. Dann gehen wir um eine Biegung, der Guide warnt uns noch kurz was jetzt kommen wird und es ist ploetzlich kaum auszuhalten. Bei 45 Grad über Null arbeiten die Mineure hier in 8 - 12 Stundenschichten. Der jüngste von ihnen ist 12 Jahre alt. Als wir selbst Hand anlegen durften, merkten wir, was für eine Schufterei das ist. Man darf sich keinen Fehler erlauben oder man rauscht der Lore hinterher in ein 50 Meter tiefes dunkles Loch auf die naechste Ebene. Der Atem geht schwer. Man bekommt kaum Luft. Das Tuch das uns vor dem kratzenden Staub schützen soll wird bald zur Last und wir ziehen es ab. Als wir beobachten, wie 3 Maenner eine der Loren bewegen (Leergewicht 250 kg, Voll 1 Tonne), entgleist sie. Routiniertes Gebrüll, Hektik, schon ist sie wieder auf die Gleise gehieft. Unvorstellbar, was Menschen leisten können. Tief unter der Erde, auf engstem Raum, nur mit dem spärlichen Licht ihrer STirnlampen gegen die Dunkelheit gewappnet. Dann geht alles wieder ganz schnell. Die andere Gruppe ist schon am Ende. Beeilung jetzt. Wir rennen durch die Stollen. Links, rechts. Würden wir jetzt den Guide verlieren, hätten wir echt Probleme. Zwar kann man leicht Norden und Süden, am Wachstum der Silberadern erkennen, aber welche ABzweigung führt nach draussen. Da erreichen wir eine Halle. Alles ist in blutigen Rottönen. Ein beeindruckendes Ende. Hier machen wir ein Abschiedsgruppenfoto. Es ist ein unbeschreibbares Gefühl endlich aus dem Stollen zu treten und wieder Tageslicht und Frischluft zu verspüren.
Von Potosi ging es weiter nach Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens. Das ist ein wenig kompliziert. La Paz ist nämlich nur der Regierungssitz. Von Sucre fuhren wir mit einem lebensgefährlichen Nachtbus nach Santa Cruz. Die Busse in Bolivien sind ein eigenes Thema. ¡Stellt euch einfach einen 30 Jahre alten Bus vor, der mit Reifen ohne Profil auf Schotterstrassen von 4700 Meter auf knappe 2000 hinabfährt und bei nacht Gebirgsketten durchquert. Nun fügt man der staubigen Strasse noch etwas Regen hinzu und schon hat man eine delikate Mischung, die sich eingentlich überhaupt nicht verträgt, aber überraschend gut funktioniert. Diese Busfahrt war besserals jede Achterbahn. Wenn man mitten in der Nacht aufwacht und merkt, dass der Buss quer zur Strasse steht und seine Spitze nurnoch 1 Meter von einem Abgrund enfernt ist, dann weiss man, dass man noch am Leben ist. Am Morgen erreichten wir den Regenwald um Santa Cruz. Eine hübsche Stadt, aber wenig zu unternehmen. Von Santa Cruz, wo Jakob dann die Kamera aus dem Bus geklaut wurde, fuhren wir weiter nach Cochabamba und von dort nach La Paz. Hier befinden wir uns immernoch und erfreuen wir uns bester Gesundheit. Jetzt begeben wir uns in die Stadt um unsere Tour in den Dschungel zu planen. Vielleicht findet Jakob heute noch Zeit über seine Erfahrungen mit der Bolivianischen Polizei zu berichten.
Hasta Papaya!
Standort:
La Paz, Bolivien
Dienstag, 1. Mai 2012
Best Story Ever
Gestern haben wir uns nochmal Fahrraeder gemietet um nicht unnoetig viel Geld fuer organisierte Touren auszugeben. Wir wollten zum Salzsee fahren und in einer Lagune baden gehen. So war zumindest der Plan. Mit einer ungefaehren Vorstellung wo wir hin muessen, zwei Mountainbikes, Stirnlampen, Ersatzschlauch, Reparaturkit und genuegend Wasser ausgestattet ging es also los. Raus aus San Pedro auf die Landstrasse, die an der malerischen Cordillera entlang fuehrt und radeln, radeln, radeln. Es war heiss. Es war trocken und machte unglaublich Spass. Wir wuessten, dass wir nach etwa 8 Kilometern abbiegen muessen, hatten aber keine Ahnung, wann wir besagte Kilometerzahl erreichen. Irgendwann erschien tatsaechlich ein Schild am Strassenrand, mit dem Namen der Laguna Cejar darauf. Erleichtert bald das ZIel erreicht zu haben, bogen wir also ab. Das Wort Strasse traf nun nicht mehr ganz zu. Von der SOnne festgebrannter Lehm, Sand, Kies und Schlagloecher wechselten sich im Sekundenrhythmus ab. In wenigen Augenblicken hatte sich die Landschaft von Steppe zur Wueste verwandelt und mittendrin zwei Gringos, die keine Ahnung von dem hatten, was sie da tun. Unermuedlich traten wir weiter in die Pedale. Unsere MTBs taten tapfer ihre Arbeit, denn in diesem Gelaende lag ihre Bestimmung. Doch vom Salzsee und der Lagune war weit und breit nichts zu sehen. Am Horizontr erschien STaub, wie ihn die Autos hier stetig aufwirbeln. Die Ursache konnte ja nur einer der klimatisierten Tourbusse sein. Folglich waren wir wohl auf dem richtigen Weg. Pause. Wasser. Wasser hat hier einen ganz anderen Wert. Fuer 1,5 Liter zahlt man fast 3 Euro. Jeder Schluck ist eine Wohltat und ein wenig zu verschuetten ist bereits masslose Verschwendung. Dann ging es weiter. Die "Strasse" sah schon lange nicht mehr so aus, als waere sie regelmaessig befahren. Aber wir dachten uns nichts dabei. Es war ja noch hell und wir hatten noch etwa 2 Stunden Tageslicht. Die Piste war nun immer oefter versandet und das Fahren fiel uns immer schwerer. Ploetzlich standen wir vor einer fuenf Meter hohen Sandduene. Offensichtlich die Ursache, fuer die maessige Instandhaltung der Piste. Uns blieb nichts anderes uebrig, als hinaufzuklettern, um uns wenigstens Mal zu orientieren, ob wir auch nur Ansatzweise in der richtigen Richtung unterwegs waren. Nein. Waren wir nicht. Am Horizont zeigte sich eine weisse Ebene. Der Salzsee. Etwas resigniert setzten wir uns in den Sand, tranken einen Schluck Wasser und genossen die Stille.
In der Wueste ist es still. Jeder kennt die Stille, wenn jemand etwas sagt, was offenbar die ganze Runde falsch verstanden hat. Ungefaehr so hoert sich die Wueste an. Die Stille ist schneidend und unangenehm. Man versucht ihr aus dem Weg zu gehen und ain Gespraech zu fuehren, doch das gelingt nicht immer und dann: STILLE. Wenn man sich aber dafuer Zeit nimmt...Ploetzlich bemerkt Brian, er hoere Stimmen. Ich schaue ihn schraeg an und ueberlege mir schon was ich darauf jetzt entgegnen solle, doch da waren tatsechlich Stimmen. Zumindest eine. Wir standen auf, hoben die Hand an die Stirn und versuchten den Ursprung der Stimmen auszumachen. Noch einmal die Situation: Wir, Duene, rundherum nichts als Sand und trockene Straeucher, hier und da ein einzelner Baum. Da sehen wir vielleicht hundert Meter entfernt einen Typ auf uns zustapfen. Vollkommen vor den Kopf gestossen blicken wir ihm entgegen und warten bis er unsere Duene erreicht. "Hola, que tal? Habt ihr hier drei Leute vorbeikommen sehen?" - "Nein? Hier ist weit und breit niemand ausser uns." - "Ok. Na die werden sich schon nicht verlaufen. Hallo, ich bin Miguel. Raucht ihr?"
In Chile trifft man sogar in der Wueste nur nette Leute und alle bieten ein Tuetchen an. Ein sehr gastfreundliches Land dieses Chile. Als er sich verabschiedete und wieder ins nichts stapfte, empfohl er uns noch einen Baum. Auf die Frage: Warum ausgerechnet dieser Baum?, antwortete er, wegen dem Sofa und dem besten Blick auf den Sonnenuntergang.
Das war der beste Sonnenuntergang meines Lebens.
In der Wueste ist es still. Jeder kennt die Stille, wenn jemand etwas sagt, was offenbar die ganze Runde falsch verstanden hat. Ungefaehr so hoert sich die Wueste an. Die Stille ist schneidend und unangenehm. Man versucht ihr aus dem Weg zu gehen und ain Gespraech zu fuehren, doch das gelingt nicht immer und dann: STILLE. Wenn man sich aber dafuer Zeit nimmt...Ploetzlich bemerkt Brian, er hoere Stimmen. Ich schaue ihn schraeg an und ueberlege mir schon was ich darauf jetzt entgegnen solle, doch da waren tatsechlich Stimmen. Zumindest eine. Wir standen auf, hoben die Hand an die Stirn und versuchten den Ursprung der Stimmen auszumachen. Noch einmal die Situation: Wir, Duene, rundherum nichts als Sand und trockene Straeucher, hier und da ein einzelner Baum. Da sehen wir vielleicht hundert Meter entfernt einen Typ auf uns zustapfen. Vollkommen vor den Kopf gestossen blicken wir ihm entgegen und warten bis er unsere Duene erreicht. "Hola, que tal? Habt ihr hier drei Leute vorbeikommen sehen?" - "Nein? Hier ist weit und breit niemand ausser uns." - "Ok. Na die werden sich schon nicht verlaufen. Hallo, ich bin Miguel. Raucht ihr?"
In Chile trifft man sogar in der Wueste nur nette Leute und alle bieten ein Tuetchen an. Ein sehr gastfreundliches Land dieses Chile. Als er sich verabschiedete und wieder ins nichts stapfte, empfohl er uns noch einen Baum. Auf die Frage: Warum ausgerechnet dieser Baum?, antwortete er, wegen dem Sofa und dem besten Blick auf den Sonnenuntergang.
Das war der beste Sonnenuntergang meines Lebens.
Sonntag, 29. April 2012
Sandboarding in San Pedro
Die wohl schoenste Stadt bisher, war definitiv Valparaiso. Eine Bucht, ein paar Schiffe, ein Sonnenuntergang und dann tausende von Lichtern auf den Huegeln der Stadt. Diesen fantastischen Ausblick konnten wir von der Terasse unseres Hostels geniesen, indem Jakob angeheuert hatte und schnell zum Inventar gehoerte. Nach ein paar Tagen machte ich mich jedoch mit Brian (DER IRE) auf nach Norden Richtung Atacama. Kaum dort angekommen wurden wir in der trockendsten Wueste der Welt von Wolken und schlechtem Wetter ueberrascht. 350 Tage Sonnenschein im Jahr und wir sahen nicht einen Stern. Naja, nach kurzem Aufenthalt in La Serena gings weiter nach SanPedro de Atacama. Obwohl uns die 16 Stunden Busfahrt noch gut in den Knochen sass stuerzten wir uns ins Nachtleben dieses Wuestenkaffs mit 2000 Einwohnern. Hier gibt es nun wirklich nichts ausser der herausragend schoenen Natur und Sand. San Pedro liegt inmitten eines Talbeckens am Rande eines riesigen Salzsees, umgeben von schroffen Felsen und den Vulkanen der Anden. Kein angenehmer Ort um ohne Wasser unterwegs zu sein. Taeglich wird immer wieder das Wasser abgestellt, wenn gar ueberhaupt Druck auf den Leitungen ist. Duschen wird hier zum Glueckspiel. Besonders spassig ist es morgens, wenn die Sonne noch nicht auf die Daecher brennt und die Temperatur noch unter Null liegt. Ein extremer Ort. Umso extremer muessen auch die Leute sein, die hier Leben. Von ein paar anderen Reisenden haben wir von wilden Feten inmitten der Wueste gehoert. Mit etwas Glueck machten wir gestern auch Bekanntschaft mit ein paar Maedels, zu einer der besagten Parties einluden. Auf der Ladeflaeche eines Pickups, voll mit verrueckten Chilenen ging es in die Dunkelheit. Wir hatten keine Ahnung wo es hingeht. Aber das Risiko hat sich gelohnt und manchmal ist es sehr eintraeglich auf sein Bauchgefuehl zu hoeren. Wer feierte schon mal die ganze Nacht an einem Lagerfeuer mitten in der Wueste unter offenem Sternenhimmel? WE DID. Irgendwann fiel uns dann ein, dass wir am naechsten Morgen Sandboarden wollten. Um fuenf waren wir zu Hause, um Acht ging es wieder raus. Fahrraeder und Sandboards gemietet und ab in die Wueste. Nach einer atemberaubenden Fahrt durch einen Salzcanyon erreichten wir die Duenen. Praedikat: WERTVOLL. Das ist hier auf jeden Fall ein muss. Auch wenn man nach dem fuenften Mal Berg hoch laufen keine Lust mehr hat, der Sand in alle Kleider gekrochen ist, so viel Spass hatte ich schon lange nicht mehr. Das groesste Erlebnis war jedoch Sebastian, der chilenische Rastafari Sanboarding Guide, der mit einer Gruppe "Barbies", wie er sie nannte unterwegs war. Er lief einfach an uns vorbei um ein paar Fotos von den Ladies zu machen, hielt uns einen Joint und fragte: "Here guys, need some extra balance?" Definitv ein guter Auftakt in den Tag. Jetzt sitzen wir im Hostel, versuchen der Hitze zu entgehen und Schlaf nachzuholen. Liebe Gruesse aus der Wueste!
Montag, 23. April 2012
Raus aus der Haupstadt, rein in die Wueste
HASTA PRONTO SANTIAGO! Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Die Erfahrungen, die wir in Chiles Hauptstadt machen durften, werden uns lange in Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt wegen der grossartigen Familie Mendez, die uns so herzlich hier aufgenommen hat. Doch ganz generell hat Santiago eine fantastisches Flair, das wir jedem aufs waermste empfehlen koennen. Jakob hat sich schon vor ein paar Tagen auf nach Valparaiso gemacht, wo ich ihn heute hoeffentlich treffen werde. Ich breche von hier mit einem verrueckten Iren namens Brian auf, der gerade zwei Wochen hier ausharren musste, weil er seine Bankkarte verlor und - verstaendlicherweise - echt keine Lust mehr auf das Hostel hat. Wir werden von der Hafenstadt Richtung Norden trampen. Jetzt heisst es am Tage Schwitzen, in der Nacht frieren. Die Atacama liegt vor uns....
Sonntag, 15. April 2012
Wie jetzt, "die Strasse ist gesperrt"?
In Mendoza haben wir uns ein bisschen rumgedrueckt und die Zivilisation genossen. Es ging auf die Feiertage zu, die Semana Santa war im Anmarsch, ebenso der 30. Jahrestag der gescheiterten Befreiung der Malvinas vom englischen Imperialismus. Wir hatten Paraden erwartet, Reden, Kundgebungen, Strassensperren, alte Veteranen, die von frueher erzaehlen, aber das einzige, was uns Mendoza bot, war ein lausiges Konzert von pubertierenden Bands und dicke Maedchen, die eine Erklaerung an England vorlasen, die England wohl eher wenig gekuemmert hat. Wenn die Argentinier auch Gaensehaut bei dem Thema Malvinas bekommen und ihre Bedeutung jederzeit in den hoechsten Toenen loben, so scheinen sie, wenns darauf ankommt, wohl nicht ganz bei der Sache zu sein. Viellleicht haben sie deshalb den Krieg verloren. Wir waren ein bisschen enttaeuscht, dennoch war die Stimmung auf Mendozas Strassen grossartig. Auf dem riessigen Stadtplatz, der mehr an einen Park erinnert, als an einen Platz, war ein buntes Treiben zu sehen. Artisten stellten ihre Kuenste zu Schau, Paerchen flanierten, Kinder plaerrten und auch die Dealer gingen ihrer gewohnten Beschaeftigung nach. Wir allerdings machten uns auf die Suche nach einem Stueck Fleisch, was wir mittlerweile wirklich noetig hatten. Am naechsten Tag ging es dann weiter nach Cacheuta. Wenn Nono ein Dorf war, war Cacheuta ein Weiler. Es liegt in einem kleinen, schroffen und staubigen Tal in den Auslaeufern der Anden und wird vor allem Wochenendausflueglern besucht. Eher selten sieht man hier zwei deutsche Backpacker. Kaum waren wir aus dem Bus ausgestiegen begruesste uns schon der Dorfdebile "Eric". Man merkt sofort, wenn die Menschen nicht so oft Auslaender zu sehen bekommen. Es ist ein interessantes Gefuehl staendig von irgendwem angestarrt zu werden. So fremd koennen wir doch gar nicht sein, war unser Gedanke. Cacheuta bewies uns das Gegenteil. Nachdem wir hinter der Dorfparilla (Parilla bedeutet Grill, bezeichnet aber auch die ueberall obligatorischen Grillrestaurants, in denen die Argentinier ihre taegliche Dosis Fleisch erhalten) unser Zelt aufschgeschlagen hatten, begann ein interessantes Schauspiel. Die ganze Dorfbevoelkerung begann wie zufaellig an dem kleinen Hinterhof vorbei zu spazieren. Vielleicht gingen sie auch nur ihrer ueblicen Beschaeftigung auf DER DORFSTRASSE nach, wir wurden zumindest gut observiert. Am witzigsten waren zwei Maedchen, die wir schon im Bus gesehen haben. Sie wichen den ganzen Abend nicht von ihrem Plaetzchen und behielten uns immer kichernd im Blick. Irgendwann wurde uns das Treiben zu bunt und als wir Eric kommen sahen fluechteten wir ins Bett.
Am naechsten Morgen, es war schon unglaublich heiss, begaben wir uns zur Hauptstrasse, die uns zum Pass fuehren sollte. An der Schranke mit dem kleinen Haeuschen angekommen, die den Dorfausgang markierte, kam uns schon der Strassenwaechter entgegen und erklaerte uns, dass die Strasse geschlossen sei. Wie jetzt "die Strasse ist gesperrt"? Wir dachten es waere die einzige Strasse zum Pass und da dies der meistbefahrenste Pass von Argentinien nach Chile war, guckten wir schon ein bisschen komisch aus der Waesche. Nein, da muessen wir wieder zurueck und....es wurde ein langer Tag. Doch er bescherte uns die nette Bekanntschaft mit einem Paerchen aus Uruguay. Er ein kleiner Mann etwa 30 mit 3Tagebart und kleinem Strohhut sah zum ersten Mal Berge in seinem Leben. Das wurde euch euf allen moeglichen Medien festgehalten und staendig mit dem lauten Schrei: MONTAÑAAAAAAAAAAAA! begleitet. Dieser Lift brachte uns zumindest in die richtige Richtung und an einen wunderschoenen Stausee in Potrerillos. Dort verbrachten wir 2 Tage bis es nach Uspallata weiterging. Hier wurde 7 Tage in Tibet ged(an dieser stelle uebernimmt jakob wieder) reht, anscheinend sollen die berge der umgebung aussehen wie das hochland im himalaya. ich kann nur sagen, dass es wunderschoen war, in tibet war ich noch nicht!
auf dem campingplatz in potrerillos wurden wir sogar bewacht: von lumpi, einem der ueberall rumgammelnden strassenhunde. mit diesem exemplar haben wir uns gut angefreundet, unser weinseliger schlaf wurde von ihm bewacht, man fuehlte sich wie in abrahams schoss...
uspallata, unsere naechte station, erreichten wir nach 15 minuten warten, da gings mal ausnahmsweise schnell!
hier verabschiedeten wir uns von argentinien, indem wir auf dem campingplatz einen kleinen asado bahielten, es stand wieder fleisch auf dem speiseplan!!!!
unsere abreise aus uspallata (uschpaschata wie die argentinier sagen) gestaltete sich wieder in gewohneter weise: wir warteten. diesmal an die fuenf stunden, aber dann gings los. ab in die anden, zum pass auf 3200 metern. gigantische viefarbige berge, der aconcagua, skigebiete. diese panorama vor4 augen, beschlossen wir, auf 3000 meter an der grenze zu uebernachten. tagsueber war es schon kuehl(kurze hosen und tshirt waren definitiv nicht angebracht, in uspallata war es noch viel waermer), nacht wurde es so kalt, des der benachbarte teich/bach/wieauchimmer zugefroren war. an dieser stelle moechte ich erwaehnen, das ich in kurzer hose und jacke geschlafen habe, waehrend philipp sich in seine gesamte garberobe huellte. mir ist es nach wie vor schleierhaft, wie er das alles angezogen bekommt, auf jeden fall schaetze ich meinen schlafsack jede sekunde, die ich in ihm schlafen darf!
nach dieser kalten nacht kann man sich die blicke der grenzer vorstellen, als wir ihnen die frage beantworteten, wo wir denn die nacht verbracht haetten. anscheineind ueberqueren ab und zu gringos die grenze zu fuss, die schlafen aber anscheinend nicht im zelt, diese warmduscher.
einem grenzer haben wir sogar ein paar woerter deutsch beigebracht, insgesamt wuerde ich diesen grenzuebertritt als einen der lustigsten beschreiben, den ich je erlebt habe. ein schweizer surfer mit tuerkis lackierten naegeln, der in haiti oder so lebt, erzaehlte uns von boliovianischen schamanen irgendwo im dschungel, die "materialisierung, das ist die hoechste art der heilung" betreiben. leider haben wir weder namen noch ort verstanden, aber natuerlich werden wir euch ueber alle erfahrungen mit materialisierung und schamanen auf dem laufenden halten, der typ hat uns echt neugierig gemacht.
an der grenze wurden wir schliesslich von miguel mit genommen, einem spanier, den die krise in spanien dazu gezwungen hatte frau und kind zu hause zu lassen und zum arbeiten nach chile zu ziehen. man hat ihm definitv angemerkt, dass er schon laengere zeit keine gesellschaft ausserhalb seines arbeitsplatzes hatte, wir sind ihm da grade recht gekommen.
mit ihm gings nach los andes der ersten "stadt" auf chilenischer seite. man wollte eine kleinigkeit essen. am ende hiess das, dass wir am ostersonntag, mittags um halb vier(wir dachten , es waere monntag, dieser irrtum wurde allerdings erst am abend ausgeraeumt) in einem restaurant sassen und einfach mal einen riesen berg fleich verdrueckten. um uns herum nur familien beimm osterschmaus, alles sehr festlich, unser erscheinungsbild passte da jetzt nicht so ganz ins schema.
in santiago angekommen, mussten wir uns erst mit dem oertlichen nahverkehr vertraut machen. bei der metro ist das echt einfach, die gbahnhoefe haben schilder und es gibt plaene. die metro ist die sauberste, die mir jemals untergekommen ist, die uebertrifft alles, wirklich! mit den bussen ist das allerdings so ne sache. die halte stellen haben nicht alle schilder, es existieren nicht wirkliche fahrplaene, allerdings meistern wir mittlerweile sogar diese huerden spielend, wenn es sein muss morgens um sechs nach der disco!
untergekommen sind wir wieder bei familie mendez, wo wir schon unsere ersten tage in lateinamerika verbracht hatten. hier werden wir wieder auf das allerbeste umsorgt und gepaeppelt. unsere weiteren plaene stehn in den sternen, hoechstwahrscheinlich gehts anch valparaiso! so jetzt gibts mittagessen, die zweite von vier mahlzeiten des tages. mahlzeit
Am naechsten Morgen, es war schon unglaublich heiss, begaben wir uns zur Hauptstrasse, die uns zum Pass fuehren sollte. An der Schranke mit dem kleinen Haeuschen angekommen, die den Dorfausgang markierte, kam uns schon der Strassenwaechter entgegen und erklaerte uns, dass die Strasse geschlossen sei. Wie jetzt "die Strasse ist gesperrt"? Wir dachten es waere die einzige Strasse zum Pass und da dies der meistbefahrenste Pass von Argentinien nach Chile war, guckten wir schon ein bisschen komisch aus der Waesche. Nein, da muessen wir wieder zurueck und....es wurde ein langer Tag. Doch er bescherte uns die nette Bekanntschaft mit einem Paerchen aus Uruguay. Er ein kleiner Mann etwa 30 mit 3Tagebart und kleinem Strohhut sah zum ersten Mal Berge in seinem Leben. Das wurde euch euf allen moeglichen Medien festgehalten und staendig mit dem lauten Schrei: MONTAÑAAAAAAAAAAAA! begleitet. Dieser Lift brachte uns zumindest in die richtige Richtung und an einen wunderschoenen Stausee in Potrerillos. Dort verbrachten wir 2 Tage bis es nach Uspallata weiterging. Hier wurde 7 Tage in Tibet ged(an dieser stelle uebernimmt jakob wieder) reht, anscheinend sollen die berge der umgebung aussehen wie das hochland im himalaya. ich kann nur sagen, dass es wunderschoen war, in tibet war ich noch nicht!
auf dem campingplatz in potrerillos wurden wir sogar bewacht: von lumpi, einem der ueberall rumgammelnden strassenhunde. mit diesem exemplar haben wir uns gut angefreundet, unser weinseliger schlaf wurde von ihm bewacht, man fuehlte sich wie in abrahams schoss...
uspallata, unsere naechte station, erreichten wir nach 15 minuten warten, da gings mal ausnahmsweise schnell!
hier verabschiedeten wir uns von argentinien, indem wir auf dem campingplatz einen kleinen asado bahielten, es stand wieder fleisch auf dem speiseplan!!!!
unsere abreise aus uspallata (uschpaschata wie die argentinier sagen) gestaltete sich wieder in gewohneter weise: wir warteten. diesmal an die fuenf stunden, aber dann gings los. ab in die anden, zum pass auf 3200 metern. gigantische viefarbige berge, der aconcagua, skigebiete. diese panorama vor4 augen, beschlossen wir, auf 3000 meter an der grenze zu uebernachten. tagsueber war es schon kuehl(kurze hosen und tshirt waren definitiv nicht angebracht, in uspallata war es noch viel waermer), nacht wurde es so kalt, des der benachbarte teich/bach/wieauchimmer zugefroren war. an dieser stelle moechte ich erwaehnen, das ich in kurzer hose und jacke geschlafen habe, waehrend philipp sich in seine gesamte garberobe huellte. mir ist es nach wie vor schleierhaft, wie er das alles angezogen bekommt, auf jeden fall schaetze ich meinen schlafsack jede sekunde, die ich in ihm schlafen darf!
nach dieser kalten nacht kann man sich die blicke der grenzer vorstellen, als wir ihnen die frage beantworteten, wo wir denn die nacht verbracht haetten. anscheineind ueberqueren ab und zu gringos die grenze zu fuss, die schlafen aber anscheinend nicht im zelt, diese warmduscher.
einem grenzer haben wir sogar ein paar woerter deutsch beigebracht, insgesamt wuerde ich diesen grenzuebertritt als einen der lustigsten beschreiben, den ich je erlebt habe. ein schweizer surfer mit tuerkis lackierten naegeln, der in haiti oder so lebt, erzaehlte uns von boliovianischen schamanen irgendwo im dschungel, die "materialisierung, das ist die hoechste art der heilung" betreiben. leider haben wir weder namen noch ort verstanden, aber natuerlich werden wir euch ueber alle erfahrungen mit materialisierung und schamanen auf dem laufenden halten, der typ hat uns echt neugierig gemacht.
an der grenze wurden wir schliesslich von miguel mit genommen, einem spanier, den die krise in spanien dazu gezwungen hatte frau und kind zu hause zu lassen und zum arbeiten nach chile zu ziehen. man hat ihm definitv angemerkt, dass er schon laengere zeit keine gesellschaft ausserhalb seines arbeitsplatzes hatte, wir sind ihm da grade recht gekommen.
mit ihm gings nach los andes der ersten "stadt" auf chilenischer seite. man wollte eine kleinigkeit essen. am ende hiess das, dass wir am ostersonntag, mittags um halb vier(wir dachten , es waere monntag, dieser irrtum wurde allerdings erst am abend ausgeraeumt) in einem restaurant sassen und einfach mal einen riesen berg fleich verdrueckten. um uns herum nur familien beimm osterschmaus, alles sehr festlich, unser erscheinungsbild passte da jetzt nicht so ganz ins schema.
in santiago angekommen, mussten wir uns erst mit dem oertlichen nahverkehr vertraut machen. bei der metro ist das echt einfach, die gbahnhoefe haben schilder und es gibt plaene. die metro ist die sauberste, die mir jemals untergekommen ist, die uebertrifft alles, wirklich! mit den bussen ist das allerdings so ne sache. die halte stellen haben nicht alle schilder, es existieren nicht wirkliche fahrplaene, allerdings meistern wir mittlerweile sogar diese huerden spielend, wenn es sein muss morgens um sechs nach der disco!
untergekommen sind wir wieder bei familie mendez, wo wir schon unsere ersten tage in lateinamerika verbracht hatten. hier werden wir wieder auf das allerbeste umsorgt und gepaeppelt. unsere weiteren plaene stehn in den sternen, hoechstwahrscheinlich gehts anch valparaiso! so jetzt gibts mittagessen, die zweite von vier mahlzeiten des tages. mahlzeit
Donnerstag, 12. April 2012
wieder in santiago
sooooo, nach laengerer abstinenz hoert man jetzt mal wieder was von uns auf diesem blog.
wir sind nach einigen wirrungen und irrungen in santiago angekommen, haben die anden also ein weiteres mal ueberquert!! und dieses mal sogar auf 3000 metern uebernachtet. fragt uns nicht warum, das wissen wir selbst nicht so wirklich genau. auf jedenfall war es schweinekalt, die aussicht hat aber entschaedigt...
auf argentinischer seite haben wir uns, wie ich aus dem letzten blogeintrag schliesse) aus cordoba verabschiedet und uns in richtung mendoza auf die socken gemacht. also mit dem bus raus aus der stadt, an die strasse gestellt.....und gewartet.
es stellt sich gerade als ziemlich schwer heraus, diesen eintrag in einer sinnvollen und vor allem der korrekten abfolge der ereignisse zu verfassen. in den letzten zwei wochen ist einfach zu viel passiert, trotzdem wird alles versucht werden, der aufgabe einer angemessenen berichterstattung gerecht zu werden.
unser weg aus mendoza fuehrte uns nach nono einem dorf in der naehe von mina claveros, dem naherholungsgebiet der cordobeños in den pampinen sierren. sehr traumhafte gegend, und wirklich niemand interessiert sich fuer zwei deutsche die vier tage wild am fluss unten campieren, auch wenn nach zwei stunden sicher das ganze dorf von unserer anwesenheit unterrichtet war. die vier tage verbrachten wir damit, zu lesen, uns einen wirklich widerwaertigen sonnenbrand zu holen (jakob) einen pool im flussand zu bauen(philipp) oder zu schlafen. unterbrochen wurden diese taetigkeiten nur von gelegentlichen ausfluegen in das nicht weit entfernte doerfchen, und ein paar vorbeihuschenden kuehen.
ein weiterer hoehepunkt unserer zeit in nono war der besuch des museo rocsen, eines sogenannten "museo polifacetico". vom zweikoepfigen kalbbis zu motorraedern, von der schmetterlingssammlung bis zu schrumpfkoepgen gab es einfach alles. und das mitten im nirgendwo!
in nonoi hiess es dann mal wieder....taddaaaaaaa..warten. unser lift brachte uns nach villa dolores, wo uns auf grund der barbarischen hitze (ja, das wetter istdi meiste zeit geil, auch wenns langsam herbst wird) die lust verliess, weiter per anhalter zu fahren. also auf in dne naechsten bus mit klimaanlage nach mendoza, das schaetzungsweise vier stunden entfernt lagt. scheisse wars, klimaanlage hat nicht funktioniert und der bus ist so gefahren, dass wir nicht um acht oder neun abends ankamen, sondern um halb zwei morgens!
wieder eine hostelsuche mitten in der nacht, einfach ein grandioser spass fuer die ganze familie...
eine akzeptable unterkunft war im zweiten anlauf gefunden, die mir schon in puerto iguazu empfohlene wunschunterkunft war leider ausgebucht, aber das stellte sich nicht als wirklich schlimm heraus.
an dieser stelle wird die berichterstattung fuer kurze zeit unterbrochen, santiago will erkundet werden! der zweite teil unserer odysee nach santiago folgt in kuerze... darin: warum das schengener abkommen unser leben in europa leichter macht und materialisierung die hoechste form der heilung ist. gleich nach der werbung gehts weiter...
lassts euch gut gehn ueberall
jakob
wir sind nach einigen wirrungen und irrungen in santiago angekommen, haben die anden also ein weiteres mal ueberquert!! und dieses mal sogar auf 3000 metern uebernachtet. fragt uns nicht warum, das wissen wir selbst nicht so wirklich genau. auf jedenfall war es schweinekalt, die aussicht hat aber entschaedigt...
auf argentinischer seite haben wir uns, wie ich aus dem letzten blogeintrag schliesse) aus cordoba verabschiedet und uns in richtung mendoza auf die socken gemacht. also mit dem bus raus aus der stadt, an die strasse gestellt.....und gewartet.
es stellt sich gerade als ziemlich schwer heraus, diesen eintrag in einer sinnvollen und vor allem der korrekten abfolge der ereignisse zu verfassen. in den letzten zwei wochen ist einfach zu viel passiert, trotzdem wird alles versucht werden, der aufgabe einer angemessenen berichterstattung gerecht zu werden.
unser weg aus mendoza fuehrte uns nach nono einem dorf in der naehe von mina claveros, dem naherholungsgebiet der cordobeños in den pampinen sierren. sehr traumhafte gegend, und wirklich niemand interessiert sich fuer zwei deutsche die vier tage wild am fluss unten campieren, auch wenn nach zwei stunden sicher das ganze dorf von unserer anwesenheit unterrichtet war. die vier tage verbrachten wir damit, zu lesen, uns einen wirklich widerwaertigen sonnenbrand zu holen (jakob) einen pool im flussand zu bauen(philipp) oder zu schlafen. unterbrochen wurden diese taetigkeiten nur von gelegentlichen ausfluegen in das nicht weit entfernte doerfchen, und ein paar vorbeihuschenden kuehen.
ein weiterer hoehepunkt unserer zeit in nono war der besuch des museo rocsen, eines sogenannten "museo polifacetico". vom zweikoepfigen kalbbis zu motorraedern, von der schmetterlingssammlung bis zu schrumpfkoepgen gab es einfach alles. und das mitten im nirgendwo!
in nonoi hiess es dann mal wieder....taddaaaaaaa..warten. unser lift brachte uns nach villa dolores, wo uns auf grund der barbarischen hitze (ja, das wetter istdi meiste zeit geil, auch wenns langsam herbst wird) die lust verliess, weiter per anhalter zu fahren. also auf in dne naechsten bus mit klimaanlage nach mendoza, das schaetzungsweise vier stunden entfernt lagt. scheisse wars, klimaanlage hat nicht funktioniert und der bus ist so gefahren, dass wir nicht um acht oder neun abends ankamen, sondern um halb zwei morgens!
wieder eine hostelsuche mitten in der nacht, einfach ein grandioser spass fuer die ganze familie...
eine akzeptable unterkunft war im zweiten anlauf gefunden, die mir schon in puerto iguazu empfohlene wunschunterkunft war leider ausgebucht, aber das stellte sich nicht als wirklich schlimm heraus.
an dieser stelle wird die berichterstattung fuer kurze zeit unterbrochen, santiago will erkundet werden! der zweite teil unserer odysee nach santiago folgt in kuerze... darin: warum das schengener abkommen unser leben in europa leichter macht und materialisierung die hoechste form der heilung ist. gleich nach der werbung gehts weiter...
lassts euch gut gehn ueberall
jakob
Montag, 26. März 2012
2 Liter Tramperglueck bitte!
Und wieder sind wir ein Stueck weiter gekommen. In knapp 4 Tagen haben wir die knapp 700 km von Buenos Aires nach Cordoba geschafft. Leider hatten wir recht wenig Glueck beim Trampen und immer nur kurze Lifts ergattern koennen. Dafuer waren die Menschen, die wir kennenlernten umso interesannter. Da war zum Beispiel der nete Tankstellenbesitzer, der uns Schlafplatz mit Strom, Licht und Wasser zur Verfuegung stellte, der junge Familienvater, der sehr stolz auf seinen Mittelstand war, aber umso schlechter von der Regierung sprach oder der Gaertner, der nach einem Herzinfarkt nicht mehr arbeiten konnte. Letzterer hat uns in seinem rostig rauchenden Fiat Kastenwagen mitgenommen. Er hate nur einen Sitzplatz, da hat sich Jakob einfach auf meinen Schoss gesetzt und seinen Oberkoerper, wie ein lustiger Hund, der Spass am Autofahren hat, aus dem Fenster gestreckt. Glueck hatten wir dan vor allem in Venudo Tuerto. Das war ein agrarisches Provinzkaff, sowas gibt es in Europa nicht mehr. Nachdem wir direkt am Kreisverkehr genaechtigt haben und unsere 2 Liter Weisswein aus dem Karton fuer schlappe 9 Pesos (2 Euro) noch spuerten, standen wir kaum eine Stunde und ein Camionero (LKW-Fahrer) hielt an, fragte uns wo wir hin wollen, liess uns einsteigen, fragte uns ob wir Gras dabei haben und war dann sichtlich enttaeuscht, ob unserer Verneinung. Er zeigte sich aber sehr grosszuegig, lud uns zum Essen ein und es stellte sich heraus, dass er sehr belesen war. Waehrend sich Jakob auf dem Bett hinten einem tiefen Nickerchen unterzog, erzaehlte mir der Lasterfahrer seine halbe Lebensgeschichte. Interessant wurde es aber erst richtig, als ich ihn nach den Falklandinseln fragte. Auch, wen es zuerst den Anschein hat, als ob das ein rotes Tuch ist, haben viele Argentinier eine sehr differenzierte Meinung darueber. Besagter Lasterfahrer war zum Beispiel der Ansicht, dass dieser Krieg zum einen natuerlich aufgrund des Oels gefuehrt wurde, weshalb GB auch zurueckschlug, zum anderen bericherte der Krieg aber argentinische Industrielle, welche, die in Lizenz gefertigten (auch britischen Waffen) an das eigene Land verkauften und sich so eine golden Nase verdienten. Trotzdem bleiben die Islas Malvinas eine Frage des Patriotismus und jeder Argentinier weiss, sie gehoern zu Argentinien.
Abgesetzt wurden wir dann 3 km ausserhalb von Villa Maria. Besagte 3 km durften wir dan mit unserem Gepaeck ins Zentrum latschen, um noch eine Bus nach Cordoba zu bekommen. Natuerlich begann es zu regnen. Aber wir haben es geschafft und wollten uns heute ein paar der vielen Museen anschauen fuer die Cordoba so bekannt ist. Die haben Montags aber alle geschlossen. So blieb uns nurnoch ein Stadtspaziergang und ein kleiner Einkauf fuer den Abend. Heute steht mal wieder Gemuese auf der Speisekarte, nachdem wir uns 4 Tage von Weissbrot und Reis ernaehrt haben. Danach werden wir wohl die lokale Barkultur erkunden.
Auf der Karte koent ihr unsere Route nachvollziehen. Blau haben wir in den letzten vier Tagen geschafft.
FAZIT: Trampen in Argentinien lohnt sich und macht echt Laune. Vor allem muss man sich nicht so oft waschen...
getrampt auf einer größeren Karte anzeigen
Abgesetzt wurden wir dann 3 km ausserhalb von Villa Maria. Besagte 3 km durften wir dan mit unserem Gepaeck ins Zentrum latschen, um noch eine Bus nach Cordoba zu bekommen. Natuerlich begann es zu regnen. Aber wir haben es geschafft und wollten uns heute ein paar der vielen Museen anschauen fuer die Cordoba so bekannt ist. Die haben Montags aber alle geschlossen. So blieb uns nurnoch ein Stadtspaziergang und ein kleiner Einkauf fuer den Abend. Heute steht mal wieder Gemuese auf der Speisekarte, nachdem wir uns 4 Tage von Weissbrot und Reis ernaehrt haben. Danach werden wir wohl die lokale Barkultur erkunden.
Auf der Karte koent ihr unsere Route nachvollziehen. Blau haben wir in den letzten vier Tagen geschafft.
FAZIT: Trampen in Argentinien lohnt sich und macht echt Laune. Vor allem muss man sich nicht so oft waschen...
getrampt auf einer größeren Karte anzeigen
Donnerstag, 22. März 2012
Es geht weiter...
/...unsere Zeit hier in Buenos Aires ist vorueber. Aber es muss weiter gehen. Gerade sind wir im Begriff uns nach Retiro aufzumachen, dem riesigen Busbahnhof, von wo aus hoffentlich ein Bus in die Pampa faehrt. Von einem Kaff namens San Antonio de Acero wollen wir dann weiter nach Westen, Richtung Mendoza. Wundert euch also nicht, wenn mal wieder Funkstille herrscht. Wir fahren jetzt direkt ins Nichts.
GO WEST!
GO WEST!
Dienstag, 20. März 2012
Und jetzt?
Also, diese Israelis sind echt witzig. Hocken den ganzen Tag im Hostel und Kiffen. Nur Abends gehts raus um zu feiern. Hallo! Wir sind hier in Buenos Aires!
Auf der rechten Seite habt ihr nun die aktualisierte Map, in der ihr die getrennten Routen betrachten koennt, die Jakob und Ich in den letzten Wochen genommen haben. Rot steht fuer Jakob, gruen steht fuer mich.
Morgen werden wir diese gewaltige Stadt wieder verlassen, wenn das Wetter mitspielt und uns ins Landesinnere aufmachen. Je nachdem, wie gut unsere Lifts sind, koennten wir morgen schon in Mendoza sein. Dort werden wir uns mal wieder ein bisschen Natur goennen.
Gestern waren wir im Waffenmuseum von Buenos Aires. xD Ist auf jeden Fall einen Blick wert. Man merkt deutlich, welch grossen Einfluss das Militaer auf die Geschichte Argentiniens hatte.
So ist es auch nichts besonderes, das die Malvinas (zu englisch: Falklandinseln, aber das darf man hier nicht sagen) fuer jeden Argentinier, als besetzt gelten und auf jeder argentinischen Karte, als argentinisches Hoheitsgebiet unter Verwaltung der Provinz Feuerland gezeigt werden. In Ushuaia, dem naechstgelegenen Seehafen auf dem Festland, duerfen bis heute keine englischen Schiffe anlanden. Es ist ein heikles Thema und man muss aufpassen, was man sagt. In jeder Stadt gibt es Kriegsdenkmaeler und irgendwelche militaerischen Exponate, die was mit den Malvinas zu tun haben. Das ist noch nicht gegessen. Noch immer ist das Militaer in Argentinien sehr stark vertreten und es wuerde mich nicht wundern, wenn der Konflikt neu entbrennen wuerde. Immerhin sind die Falklandinseln ein Sprungbrett in die Antarktis und nahe den argentinischen Oelfeldern.
Auf der rechten Seite habt ihr nun die aktualisierte Map, in der ihr die getrennten Routen betrachten koennt, die Jakob und Ich in den letzten Wochen genommen haben. Rot steht fuer Jakob, gruen steht fuer mich.
Morgen werden wir diese gewaltige Stadt wieder verlassen, wenn das Wetter mitspielt und uns ins Landesinnere aufmachen. Je nachdem, wie gut unsere Lifts sind, koennten wir morgen schon in Mendoza sein. Dort werden wir uns mal wieder ein bisschen Natur goennen.
Gestern waren wir im Waffenmuseum von Buenos Aires. xD Ist auf jeden Fall einen Blick wert. Man merkt deutlich, welch grossen Einfluss das Militaer auf die Geschichte Argentiniens hatte.
So ist es auch nichts besonderes, das die Malvinas (zu englisch: Falklandinseln, aber das darf man hier nicht sagen) fuer jeden Argentinier, als besetzt gelten und auf jeder argentinischen Karte, als argentinisches Hoheitsgebiet unter Verwaltung der Provinz Feuerland gezeigt werden. In Ushuaia, dem naechstgelegenen Seehafen auf dem Festland, duerfen bis heute keine englischen Schiffe anlanden. Es ist ein heikles Thema und man muss aufpassen, was man sagt. In jeder Stadt gibt es Kriegsdenkmaeler und irgendwelche militaerischen Exponate, die was mit den Malvinas zu tun haben. Das ist noch nicht gegessen. Noch immer ist das Militaer in Argentinien sehr stark vertreten und es wuerde mich nicht wundern, wenn der Konflikt neu entbrennen wuerde. Immerhin sind die Falklandinseln ein Sprungbrett in die Antarktis und nahe den argentinischen Oelfeldern.
Montag, 19. März 2012
Der Moloch hat uns
Hier ist er wieder: Der immer weniger aktuelle Erlebnisbericht zweier planloser Vagabunden, die sich ohne auch nur die geringste Ahnung gehabt zu haben, was auf sie zukommt, durch Suedamerika schlagen. Ja, Deutsch ist eine schoene Sprache, genauso wie das Hebraeisch, was wir uns grade tagein tagaus anhoeren.
Wir sind letztendlich doch in Buenos Aires angekommen. Zwar jeder auf seinem eingenen Weg und es wuerde viel Zeit benoetigen alles zu erzaehlen, aber wir haben es geschafft. Belassen wir es mal bei folgender Aussage: Es ist ein Erlebnis von einem argentinischen Lasterfahrer ein Stueck mitgenommen zu werden. Was jedem Einzelnen von uns auf seiner Reise passiert ist, muessen wir euch schon persoenlich erzaehlen. Vielleicht eins noch: Das Gras in Suedamerika ist anders.
Ich war bereits 2 Tage vor Jakob in Buenos Aires und habe ihn in unserem schoenen Hostel Estoril, welches hauptsaechlich von Israelis besucht wird und in dem fast ausschliesslich Hebraeisch gesprochen wird erwartet. Nach einem ausfuehrlichen Erkundungsspaziergang durch die Innenstadt, hat man sich schnell an das eigentuemliche Flair dieser Stadt gewoehnt und bemerkt, dass dieser monstroese Klotz von Stadt (immerhin 16 Mio. Einwohner) ganz angenehm sein kann. Buenos Aires wurde schon oft als das Paris Suedamerikas bezeichnet und das trifft auch ganz gut zu. Der Verkehr ist bestimmt noch schlimmer, dafuer sind die Portenos (ja ich weiss da fehlt das ~ , aber das ist ne hebraeische Tastatur verdammt) viel entspannter. Gleichzeitig findet man hier eine kuenstlerische Boheme-Atmosphaere, wie in New York und eine jugendliche Underground und Partyszene, die sich leicht mit der Berlins messen kann. Die groesseren Avenidas sind mit Baeumen gesaemt und hin und wieder eroeffnet sich plkoetzlich eine Gruenflaeche, wenn man sich mal wieder in den Haeuserschluchten verirrt hat.
So nun aber mal Tacheles. Ich sass gestern beim Fruehstueck, etwas mies gelaunt aufgrund der Tatsache, dass ich schon wieder nicht ausschlafen konnte, was man nach einem 2500 km Roadtrip einfach mal moechte, da spaziert Jakob herein. Ein grossartiges Wiedersehen. Den Rest vom Tag verbrachten wir damit uns gegenseitig die Geschichten zu Erzaehlen. Am Abend ging es dann, nur, um mal wieder den Luxus zu geniessen, ins Kino. Ghost Rider 2. In 3D und natuerlich auf Spanisch. Ein Scheiss, aber eben genau unser Geschmack. Vom St.Patricksday war darauf im Irish Pub nichts zu spueren. Darum machten wir uns auf zurueck ins Hostel. Jakob war todmuede und legte sich bald schlafen. Doch wer liess sich dann von den Israelis breittreten noch mit auf ne Party zu gehen? Klar. Philipp. Mit 10 Israelis, alle schon gut zugedroent fuhr ich mit dem Taxi zu irgendeiner Adresse, die uns der Staff des Hostels verraten hatte. Vor einer unscheinbaren offenen Tuer sass ein Typ. "Ist hier die Party?"-"Die Fiesta de Trance? Si, claro. Habt ihr irgendwelche Drogen dabei? Nur Spass. Herein Herein und viel Spass." Ja so laeuft das in Buenos Aires. Der Tranceclub war in einer versteckten alten Kirche. Ueberall wurden Drogen verkauft, die Leute waren gut drauf und fuer Philipp war das Flashlight irgendwann zu viel, darum gings wieder nach Hause. Doch wen trifft er dann vor der Tuer? Die Israelis. xD Denen gings wohl aehnlich.
Um 6h war ich wieder zu Hause. Dabei hatte die Party eben erst angefangen. In Buenos Aires machen die CLubs erst um 1 h auf. Nur am Sonntag, da oeffnen sie schon um 15 h. Am Montag muessen ja alle wieder zur Arbeit. Gestern musste ich dann ein wenig ruhiger angehen. Erst am Spaetnachmittag begaben wir uns nach Palermo, ein gerade aufstrebendes Wohnviertel. Kaum aus der UBahn draussen, ist alles viel ruhiger. An einer Ecke fanden wir eine Eisdiele. Dort wurde das Eis per 1/4, 1/2 oder im ganzen Kilo verkauft und das war guuuuut. Durch Zufall schlenderten wir in den Botanischen Garten, einer gruenen Oase am Rande der Capital Federal. Von dort aus ging es weiter nach Palermo viejo, wo jeden Samstag und SOnntag ein Kuenstlerflohmarkt stattfindet. Livemusik, Bier und Argentinierinnen. Was will man mehr, wenn man Buenos Aires besucht?
So. Das war ein bisschen langweilig. Vor allem war das interessanteste ja die Anreise. Doch Jakob sollte euch das lieber selber erzaehlen. Lustigerweise, hatten wir beide unabhaengig voneinander sehr aehnliche Erlebnisse. Dabei wurde uns bewusst, wie freundlich und vor allem hilfsbereit die Argentinier sind. Das ist ein grossartiges Land, was wir bereisen. Man stellt sich in bruetender Mittagsonne an die STrasse, haelt den Daumen raus und es gibt immer jemanden der anhaelt und dieser jemand laedt einen dann auch noch zum Essen ein oder besorgt einen Schlafplatz.
Jetzt hagelt es. Es hagelt ploetzlich. WTF?
Wir sind letztendlich doch in Buenos Aires angekommen. Zwar jeder auf seinem eingenen Weg und es wuerde viel Zeit benoetigen alles zu erzaehlen, aber wir haben es geschafft. Belassen wir es mal bei folgender Aussage: Es ist ein Erlebnis von einem argentinischen Lasterfahrer ein Stueck mitgenommen zu werden. Was jedem Einzelnen von uns auf seiner Reise passiert ist, muessen wir euch schon persoenlich erzaehlen. Vielleicht eins noch: Das Gras in Suedamerika ist anders.
Ich war bereits 2 Tage vor Jakob in Buenos Aires und habe ihn in unserem schoenen Hostel Estoril, welches hauptsaechlich von Israelis besucht wird und in dem fast ausschliesslich Hebraeisch gesprochen wird erwartet. Nach einem ausfuehrlichen Erkundungsspaziergang durch die Innenstadt, hat man sich schnell an das eigentuemliche Flair dieser Stadt gewoehnt und bemerkt, dass dieser monstroese Klotz von Stadt (immerhin 16 Mio. Einwohner) ganz angenehm sein kann. Buenos Aires wurde schon oft als das Paris Suedamerikas bezeichnet und das trifft auch ganz gut zu. Der Verkehr ist bestimmt noch schlimmer, dafuer sind die Portenos (ja ich weiss da fehlt das ~ , aber das ist ne hebraeische Tastatur verdammt) viel entspannter. Gleichzeitig findet man hier eine kuenstlerische Boheme-Atmosphaere, wie in New York und eine jugendliche Underground und Partyszene, die sich leicht mit der Berlins messen kann. Die groesseren Avenidas sind mit Baeumen gesaemt und hin und wieder eroeffnet sich plkoetzlich eine Gruenflaeche, wenn man sich mal wieder in den Haeuserschluchten verirrt hat.
So nun aber mal Tacheles. Ich sass gestern beim Fruehstueck, etwas mies gelaunt aufgrund der Tatsache, dass ich schon wieder nicht ausschlafen konnte, was man nach einem 2500 km Roadtrip einfach mal moechte, da spaziert Jakob herein. Ein grossartiges Wiedersehen. Den Rest vom Tag verbrachten wir damit uns gegenseitig die Geschichten zu Erzaehlen. Am Abend ging es dann, nur, um mal wieder den Luxus zu geniessen, ins Kino. Ghost Rider 2. In 3D und natuerlich auf Spanisch. Ein Scheiss, aber eben genau unser Geschmack. Vom St.Patricksday war darauf im Irish Pub nichts zu spueren. Darum machten wir uns auf zurueck ins Hostel. Jakob war todmuede und legte sich bald schlafen. Doch wer liess sich dann von den Israelis breittreten noch mit auf ne Party zu gehen? Klar. Philipp. Mit 10 Israelis, alle schon gut zugedroent fuhr ich mit dem Taxi zu irgendeiner Adresse, die uns der Staff des Hostels verraten hatte. Vor einer unscheinbaren offenen Tuer sass ein Typ. "Ist hier die Party?"-"Die Fiesta de Trance? Si, claro. Habt ihr irgendwelche Drogen dabei? Nur Spass. Herein Herein und viel Spass." Ja so laeuft das in Buenos Aires. Der Tranceclub war in einer versteckten alten Kirche. Ueberall wurden Drogen verkauft, die Leute waren gut drauf und fuer Philipp war das Flashlight irgendwann zu viel, darum gings wieder nach Hause. Doch wen trifft er dann vor der Tuer? Die Israelis. xD Denen gings wohl aehnlich.
Um 6h war ich wieder zu Hause. Dabei hatte die Party eben erst angefangen. In Buenos Aires machen die CLubs erst um 1 h auf. Nur am Sonntag, da oeffnen sie schon um 15 h. Am Montag muessen ja alle wieder zur Arbeit. Gestern musste ich dann ein wenig ruhiger angehen. Erst am Spaetnachmittag begaben wir uns nach Palermo, ein gerade aufstrebendes Wohnviertel. Kaum aus der UBahn draussen, ist alles viel ruhiger. An einer Ecke fanden wir eine Eisdiele. Dort wurde das Eis per 1/4, 1/2 oder im ganzen Kilo verkauft und das war guuuuut. Durch Zufall schlenderten wir in den Botanischen Garten, einer gruenen Oase am Rande der Capital Federal. Von dort aus ging es weiter nach Palermo viejo, wo jeden Samstag und SOnntag ein Kuenstlerflohmarkt stattfindet. Livemusik, Bier und Argentinierinnen. Was will man mehr, wenn man Buenos Aires besucht?
So. Das war ein bisschen langweilig. Vor allem war das interessanteste ja die Anreise. Doch Jakob sollte euch das lieber selber erzaehlen. Lustigerweise, hatten wir beide unabhaengig voneinander sehr aehnliche Erlebnisse. Dabei wurde uns bewusst, wie freundlich und vor allem hilfsbereit die Argentinier sind. Das ist ein grossartiges Land, was wir bereisen. Man stellt sich in bruetender Mittagsonne an die STrasse, haelt den Daumen raus und es gibt immer jemanden der anhaelt und dieser jemand laedt einen dann auch noch zum Essen ein oder besorgt einen Schlafplatz.
Jetzt hagelt es. Es hagelt ploetzlich. WTF?
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Samstag, 10. März 2012
ENTWARNUNG
Also der wuschlige ist jetzt doch wieder gesichtet worden...zumindest behaupten das so manche aus Buenos Aires. xD Nein Jakob gehts wirklich gut und er ist auf gutem Weg nach Iguazu. Ich bin ihm aber auf der Spur, hab jedoch weniger Glueck mit meinen Lifts. Uns gehts gut! Mehr gibts bald aus Buenos Aires zu hoeren!
Mittwoch, 7. März 2012
WANTED
Gesucht wird ein Typ, 1,80 gross, riesiger Wuschelkopf, laesst ab und zu ein Grunzen von sich.
Ja. Nach Ushuaia hat sich Jakob aus dem Staub gemacht. Er will nach Iguazu trampen. Zumindest war das die Idee. Jetzt habe ich seit 4 Tagen nichts mehr von ihm gehoert...
Ich habe mich mittlerweile auch nach Norden aufgemacht. Nachdem wir in Ushuaia per Mail erfahren haben, dass wir fuer unseren Unterhalt in Torres del Paine selbst aufkommen muessen, musste ich da nicht mehr lange nachdenken. Im grossen und ganzen war der Freiwilligendienst zwar ganz nett und wir haben viel vom Park gesehen, was sonst keinem Touristen vergoennt ist. Aber letztendlich waren wir normale Arbeiter, die auch noch dafuer zahlen sollen, den Campingplatz saeubern zu duerfen.
Ushuaia war echt schoen. Das Ende der Welt (eigentlich streiten sich Chile und Argentinien darum, denn nur Ushuaia ist eine Stadt im Gegensatz zu Puerto Williams auf chilenischer Seite, was nur aus ein paar zusammen gewuerfelten Haeusern besteht) liegt idyllisch von Andengipfel umsaeumt an einer grossen Bucht und ist...wie soll ich sagen...eben das Ende der Welt. Wir haben einen grossen Tagesausflug unternommen, inklusive Pinguinen und Seeloewen, das ganze Programm eben. Mein Kater, der sich gegen Mittag manifestierte hatte daran eben so grosse Freude. Die uebrigen Gaeste haben das ausgiebig auskosten duerfen. Falls ihr jemals die Moeglichkeit habt Pinguine in freier Wildbahn und aus der Naehe zu betrachten, stellt sicher, das ihr noch ein wenig Restalkohol im Blut habt. Die sind sooo witzig.
Jetzt sitze ich in El Calafate, das ebenso das Ende der Welt sein koennte. Das Staedtchen liegt am Lago Argentino, dem groessten See des Landes und ist der Zugang oder sagen wir das Einfallstor fuer ganze Horden von Touristen, die sich den bis zu 100 m hohen Gletscher "Perito Morreno" ansehen moechten. Warum? Gletscher gibt es doch ueberall, koennte man jetzt anmerken, aaaaaaber der Perito Moreno gehoert zu den wenigen Gletschern der Welt, die wachsen. Taeglich sogar um einige Zentimeter. Zusaetzlich kann man hier ein grossartiges Naturschauspiel beobachten. Etwa alle zehn Jahre nachdem der Gletscher einen Teil des Sees vom uebrigen abgetrennt hat und sich das Wasser jahrelang stauen konnte, bricht das Eis mit einer gewaltigen Explosion. Leider hat dieses Ereignis schon letzten Freitag stattgefunden. Aber deshalb stehen die Chancen nun gut mal einen Gletscher Kalben zu sehen. Das ist natuerlich ein MUST, fuer alle, die durch Argentinien reisen.
Ich habe hier unser Zelt aufgeschlagen, das Jakob nicht mitnehmen wollte. Und ein zwei deutsche Studenten getroffen. Sie sind aus Bayern. Und ich glaube sie sind etwas komisch. Na jedenfalls habe ich Gesellschaft.
Ihr haettet mich sehen sollen, als ich vorher das Zelt aufbauen wollte. Hier muss es seit einer Ewigkeit nicht mehr geregnet haben, sodass ich die Heringe trotz aller Muehen nicht in den Boden bekommen habe. Drei Mal habe ich das Zelt umgestellt. Jetzt stehts. Dafuer muss ich in den naechsten Wochen neue Heringe besorgen.
Aus Calafate. Philipp Sattler
Ja. Nach Ushuaia hat sich Jakob aus dem Staub gemacht. Er will nach Iguazu trampen. Zumindest war das die Idee. Jetzt habe ich seit 4 Tagen nichts mehr von ihm gehoert...
Ich habe mich mittlerweile auch nach Norden aufgemacht. Nachdem wir in Ushuaia per Mail erfahren haben, dass wir fuer unseren Unterhalt in Torres del Paine selbst aufkommen muessen, musste ich da nicht mehr lange nachdenken. Im grossen und ganzen war der Freiwilligendienst zwar ganz nett und wir haben viel vom Park gesehen, was sonst keinem Touristen vergoennt ist. Aber letztendlich waren wir normale Arbeiter, die auch noch dafuer zahlen sollen, den Campingplatz saeubern zu duerfen.
Ushuaia war echt schoen. Das Ende der Welt (eigentlich streiten sich Chile und Argentinien darum, denn nur Ushuaia ist eine Stadt im Gegensatz zu Puerto Williams auf chilenischer Seite, was nur aus ein paar zusammen gewuerfelten Haeusern besteht) liegt idyllisch von Andengipfel umsaeumt an einer grossen Bucht und ist...wie soll ich sagen...eben das Ende der Welt. Wir haben einen grossen Tagesausflug unternommen, inklusive Pinguinen und Seeloewen, das ganze Programm eben. Mein Kater, der sich gegen Mittag manifestierte hatte daran eben so grosse Freude. Die uebrigen Gaeste haben das ausgiebig auskosten duerfen. Falls ihr jemals die Moeglichkeit habt Pinguine in freier Wildbahn und aus der Naehe zu betrachten, stellt sicher, das ihr noch ein wenig Restalkohol im Blut habt. Die sind sooo witzig.
Jetzt sitze ich in El Calafate, das ebenso das Ende der Welt sein koennte. Das Staedtchen liegt am Lago Argentino, dem groessten See des Landes und ist der Zugang oder sagen wir das Einfallstor fuer ganze Horden von Touristen, die sich den bis zu 100 m hohen Gletscher "Perito Morreno" ansehen moechten. Warum? Gletscher gibt es doch ueberall, koennte man jetzt anmerken, aaaaaaber der Perito Moreno gehoert zu den wenigen Gletschern der Welt, die wachsen. Taeglich sogar um einige Zentimeter. Zusaetzlich kann man hier ein grossartiges Naturschauspiel beobachten. Etwa alle zehn Jahre nachdem der Gletscher einen Teil des Sees vom uebrigen abgetrennt hat und sich das Wasser jahrelang stauen konnte, bricht das Eis mit einer gewaltigen Explosion. Leider hat dieses Ereignis schon letzten Freitag stattgefunden. Aber deshalb stehen die Chancen nun gut mal einen Gletscher Kalben zu sehen. Das ist natuerlich ein MUST, fuer alle, die durch Argentinien reisen.
Ich habe hier unser Zelt aufgeschlagen, das Jakob nicht mitnehmen wollte. Und ein zwei deutsche Studenten getroffen. Sie sind aus Bayern. Und ich glaube sie sind etwas komisch. Na jedenfalls habe ich Gesellschaft.
Ihr haettet mich sehen sollen, als ich vorher das Zelt aufbauen wollte. Hier muss es seit einer Ewigkeit nicht mehr geregnet haben, sodass ich die Heringe trotz aller Muehen nicht in den Boden bekommen habe. Drei Mal habe ich das Zelt umgestellt. Jetzt stehts. Dafuer muss ich in den naechsten Wochen neue Heringe besorgen.
Aus Calafate. Philipp Sattler
| Die die Wachen vor Buckingham Palace... |
Dienstag, 28. Februar 2012
Einmal Nationalpark bitte!
Ok. Wir sind zurueck in der Zivilisation und haben gerade noch ein Zimmer in der Herberge unseres Vertrauens bekommen. Die ersten 11 Tage in Torres del Paine waren famos. Die Landschaft ist einfach sagenhaft, aber eigentlich Pampa. Soviel Natur gibts sonst selten zu sehen. Man muss sich das so vorstellen: Schweiz, ohne Menschen, ohne Autobahnen und mit vielen Pferden. Untergebracht sind wir dort im eigenen Zelt auf einem eigenen Campingplatz fuer die Mitarbeiter unserer "Organisation". Leider wurden wir ein bisschen desillusioniert. Zum einen wird es viel kaelter als gedacht, vor allem Nachts kuehlt es auf bis zu -2°C runter, zum anderen ist diese Umweltorganisation, wofuer wir arbeiten, eher als outgesourcte Firma eines Luxushotels zu sehen. Wir sind naemlich gar nicht direkt im Nationalpark, sondern auf privatem Gelaende aktiv, das zwar so gross ist, dass es ein eigener park sein koennte, aber eben nur in direkter Nachbarschaft zum Park liegt. Nichtsdestotrotz sind die Erfahrungen der Wahnsinn. Wir sind an Orte gekommen, die sonst kein Tourist zu sehen bekommt. Zum Beispiel haben wir vor einigen Tagen einfach mal einen Gipfel bestiegen um zu gucken, ob es dort Orchideen gibt. Das und den Touristen Steine in den Weg legen, damit sie sich nicht verirren und die Natur zerstoeren sind quasi unsere Hauptbeschaeftigungen. Gestern sind wir auf Pferden zu einem nahen Refugio geritten, um, und jetzt kommts: dort nach Orchideen zu suchen. HALLO! WIR SIND GERITTEN! ALLEINE! Koennt ihr euch Jakob auf nem Pferd vorstellen? xD
Doch, obwohl wir eine echt gute Zeit hatten, will Jakob das nicht mehr weiter machen und hat sich entschieden, alleine nach Iguazu zu trampen. Das heisst 5000 km durch Argentinien in 2 Wochen. Ich dagegen bleibe noch ein paar Tage in Torres del Paine. In Buenos Aires werden wir uns dann wieder Treffen, wenn alles gut geht. Aber morgen machen wir erstmal Ferien. Wir versuchen noch einen Bus nach Ushuaia zu erwischen, der suedlichsten Stadt der Welt. Begleiten wird uns Marc, der erste Franzose der Welt, der fliessend Englisch spricht und ebenfalls in Torres del Paine arbeitet.
Jakob laesst gruessen. Das naechste mal dann aus Ushuaia!
Doch, obwohl wir eine echt gute Zeit hatten, will Jakob das nicht mehr weiter machen und hat sich entschieden, alleine nach Iguazu zu trampen. Das heisst 5000 km durch Argentinien in 2 Wochen. Ich dagegen bleibe noch ein paar Tage in Torres del Paine. In Buenos Aires werden wir uns dann wieder Treffen, wenn alles gut geht. Aber morgen machen wir erstmal Ferien. Wir versuchen noch einen Bus nach Ushuaia zu erwischen, der suedlichsten Stadt der Welt. Begleiten wird uns Marc, der erste Franzose der Welt, der fliessend Englisch spricht und ebenfalls in Torres del Paine arbeitet.
Jakob laesst gruessen. Das naechste mal dann aus Ushuaia!
Donnerstag, 16. Februar 2012
TORRES DEL PAINE - Unser Zuhause fuer einen Monat
Wir haben es geschafft. Unsere Ankunft in Torres del Paine war ein Genuss! Begruesst wurden wir gleich von Guanacos und einem Kondor. Nachdem uns der Busfahrer einfach irgendwo rausgeschmissen hat, hatten wir erstmal Orientierungsprobleme. Darum stapften wir einfach mal gerate wohl auf einen Campingplatz zu. Dank der unglaublichen Freundlichkeit der Patagonier wurden wir zu unserem exklusiven Campingplatz fuer Mitarbeiter gefuehrt. Von unserem Zelt sehen wir direkt auf die Torres del Paine. Beim Abendessen, lernten wir gleich die halbe Belegschaft kennen. Vom Gaucho bis zum Guide waren alle vertreten und hiessen uns willkommen. Jakob hat seinen Schnupfen ueberwunden, dafuer hat es Philipp jetzt erwischt. Das Internet hier funktioniert nur ueber Satellit, wir beschraenken uns deshalb die naechsten Wochen auf das mindeste. Vielleicht schaffen wir es sogar ein zwei Bilder hochzustellen.
Mucha suerte!
Mucha suerte!
Mittwoch, 15. Februar 2012
In Punta Arenas...
Nach 30 Stunden Busfahrt sind wir endlich in Punta Arenas angekommen. Die Fahrt war wahnsinnig anstrengend aber schoen. Um 10.30 sollte unser Bus Puerto Montt verlassen. Tatsaechlich fuhren wir erst eine Stunde spaeter ab. Ueber Osorno fuhren wir dann Richtung Anden. Es bot sich ein gewaltiger Ausblick auf die ersten Vulkane unserer Reise. Etwa 10 km vor der Grenze erreichten wir den chilenischen Grenzposten. Nur wenige Minuten zuvor ist uns aufgefallen, dass wir kein Essen nach Argentinien einfuehren durften, also haben wir schnell zu Mittag gegessen. Naja, mehr verschlungen, als gegessen. Nebenbei, chilenischer Kochschinken, riecht, wie Katzenfutter. Schmeckt aber nach allem moeglichem. Vom Grenzposten aus fuhren wir in einen Nationalpark. Schnell fiel uns der interessante Bewuchs auf. Alle Baeume waren kahl und auf dem Boden lag eine dicke Schicht Staub. Es war Asche, vor wenigen Jahren ausgespuckt, hat sich die Natur immer noch nicht erholt. Als wir am argentinischen Grenzposten austeigen mussten, waren wir in kuerzester Zeit ebenfalls davon bedeckt. Der Wind treibt das feine Gestein in alle Richtungen. Unsere Augen brannten. Die Grenzformalitaeten dauerten eine Ewigkeit. Dadurch bot sich aber genug Zeit sich ein wenig umzuschauen und den Anblick auf das gewaltige Bergmassiv zu geniessen. Dann ging es weiter durch quer durch Argentinien. Zuerst kamen wir ins argentinische Seengebiet. Riesige Seen umgeben von hohen Huegeln und Steppe. Dann waren wir endlich in Patagonien. Patagonien ist in erster Linie flach und still. Schon wenig abseits der Strasse hoert man keinen Mucks mehr. Es ist eines der am duennsten besiedelten Gebiete der Welt, nimmt dabei aber eine Flaeche ein, die kaum vorstellbar ist. Man blickt von Horizont zu Horizont, ohne einen Huegel oder aehnliches als Wegmarke und verliert jedes Gefuehl fuer Entfernungen. Die Einsamkeit, mit der man hier konfrontiert wird, laesst einen nicht mehr los. Am liebsten moechte man allein irgendwo in der Steppe stehen und SCHREIEN. Man bekaeme keine Antwort. Nur Steppe Steppe Steppe. Es ist ueberwaeltigend.DA IST NIEMAND NICHTS GARNIX NADA! Erst im Sueden wird die Besiedelung wieder dichter und man sieht wenigstens ab und zu Schafe, Guanacos oder Nandus. Dementsprechend eintoenig war die Busfahrt. Morgen geht es in den Nationalpark. Jetzt hab ich aber keine Lust mehr zu schreiben. 30 Stunden Busfahrt machen vorallem muede und stinkig. Ab unter die Dusche und dann ins Bett! Die erste Nacht am Ende der Welt.
Dienstag, 14. Februar 2012
Der Pazifik und unser Hostelzimmer....
ÄTSCH! Heute gehts ab nach Punta Arenas. 36 Stunden Busfahrt. Die Nacht war Klasse. Wir haben hier ein richtig familiäres Hostel gefunden. Man wohnt quasi mit den Herbergseltern zusammen...
Montag, 13. Februar 2012
Lost in Temuco...
Von nun an sind wir auf uns allein gestellt. Gustavo hat uns zum Terminal gebracht und nochmal gewarnt, uns vorsichtig zu verhalten. Chile ist zwar sehr fortschrittlich, schon fast europäisch, doch die Armut treibt viele in die Kriminalität. Als Touristen sind wir da ein gefundenes fressen. Das heisst aber nicht, dass an jeder Ecke jemand mit einem Messer lauert um uns abzumurksen. Viel eher ergreifen diese Personen einfach die Gelegenheit, die sich ihnen bietet. Das lässt sich durch richtiges Verhalten unterbinden.
Auch das Busticket hätten wir ohne Gustavo nicht so leicht bekommen. Hier ist es keinesfalls so, dass man an den Schalter geht und sagt: Hallo, einmal nach Buxtehude. Hier überreicht das nette Personal keinen Reiseplan mit drei Tickets, die einen zum Zielort bringen. Hier ist alles anders. Es gibt keinen Fahrplan, den man einsehen kann, keinen Schalter, der eine Übersicht über alle Busse hat. Jede Busgesellschaft hat ihren eigenen Schalter und unterschiedliche Abfahrtszeiten. Dabei weiss die Person nur von den Bussen, die von diesem Ort aus und von dieser Busgesellschaft abfahren. Auskünfte über mögliche Anschlüsse im nächsten Ort sind kaum möglich.
Deshalb fuhren wir nach Temuco. Die Busse direkt von Santiago nach Puerto Montt im Süden waren alle voll belegt. Darum riet man uns einfach nach Süden zu fahren, am besten nach Osorno. Nein auch voll. Bei dieser Busgesellschaft auch. Mist. Nächster Schalter: Osorno? Voll. Naja. Temuco? Si. Also dannTemuco. Über Nacht in recht bequemen Halbliegesitzen gings dann durch Zentralchile. 10 Stunden. Zuerst dröhnte aus den Lautsprechern eine Latino-Justin-Bieber-Version von "Stand by me". Jakob fands "gar nicht so schlecht". xD Danach gabs den neuen Conan Film. Aber mit schlehtem Ton. Das gab die Raubkopie nicht her. Irgendwann verteilte der nette Busbegleiter Decken und Kissen. Wir versuchten zu schlafen.
Um 8 Uhr morgens erreichten wir Temuco. Klebrig. Irgendwann hatte man die Klimaanlage ausgemacht, damit es wärmer ist. Im grossen und ganzen war die Fahrt aber ok. Die Busse halten regelmässig und die Fahrer wechseln alle 4 Stunden, was die Passagiere auf einer Anzeige im Gang überprüfen können. Es wird viel für die Sicherheit getan, nachdem sich immer mehr Busunglücke gehäuft hatten. Wir selbst wurden Zeugen einer staatlichen Fahrzeitkontrolle. Aber zurück zu Temuco.
Hier war es wesentlich kühler. Vllt. 13 Grad. Also erstmal auf die Toiletten, Zähneputzen und umziehen. Dann einen Bus suchen. Etwa 4 Mal durfte einer von uns zu den Schaltern rennen. Immer wieder jeden einzelnen nach einer anderen Alternative fragen, wieder Rücksprache mit dem Anderen halten, der solange auf das Gepäck aufpasst. Und so fort. Bis übermorgen kein Anschluss nach Punta Arenas in den Nationalpark. Mist. Dann fahren wir eben weiter nach Puerto Montt. Oder doch Osorno? Und dann Antworten wie: Erst nächste Woche. Morgen. Hä? Nein heute nicht. Am Ende fanden wir aber doch was passendes. 8 € für 600 km? Nicht schlecht. So und nun? Wir haben noch drei Stunden Zeit. Also schultern wir uns unsere 17 Kilo schweren Rucksäcke und verlaufen uns tadellos. In Temuco gibt es nicht viel. Ausser kleinen schäbige Häusern und Strassenkötern. Die Leute sind arm hier. Wie überall wo wir waren, fehlt den Chilenen das Geld. Nur wenige Plätze sind gepflegt. Und die Fabriken und Autobahnen, die sind aber in spanischen und europäischen Besitz. Die verdienen mächtig daran. Chile hat oft keine andere Wahl als zu verkaufen. Dem Land fehlen die Mittel, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
In Temuco leben hauptsächlich Arbeiter und Mapuche. Die Mapuche, ein noch immer stolzer eingeborener Stamm, hat lange die Spanier in Schach gehalten und sich 200 Jahre gegen Unterdrückung behauptet. Jakob und ich vermuten: Mit ihren Frauen. Die sehen hier nämlich sehr "rustikal" aus.
Dann finden wir den Bahnhof und damit auch unser Ziel: Den Markt von Mapuche. Ganz hübsch hier. Zwiebeln so groß, wie Kinderköpfe, Maiskolben so groß wie unsere na ja...Unterarme. Aber auch sonst alles was man brauchen kann. Das ganze findet unter alten, riesigen Wellblechdächern statt. Spannend anzusehen, wie das alles erwacht. Bei uns wär der Markt schon fast wieder rum. Hier ist der aber auch jeden Tag.
Wir haben Hunger und wollen was essen. Aber die Frau in der roten Schürze vor dem Lokal guckt so streng, dass wir etwas zögern. Als wir dann aber grüssen, wird sie plötzlich super freundlich und zeigt uns einen Platz passend zu unseren Rucksäcken. Die Bänke mit den hohen Rückenlehnen sind selbst gezimmert, in der Mitte steht ein kleiner Kohleofen, der im Winter bestimmt beheizt wird. Wir bestellen einen Kaffee. Sie bringt uns je ein Päckchen Instantpulver. Normal gebrühten, haben wir seit Italien nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich ist der zu teuer. Absurd. Wie viel kostet der Kaffee in Deutschland? Da wir nicht wissen, was man hier so isst, fragen wir sie, was sie anbieten kann. 1. Chilenisch versteht man verdammt schwer. 2. Haben wir sowieso keine Ahnung, was das alles ist und 3. Haben wir dann das bestellt, was sich am besten angehört hat. Ein Completo, darin sind anscheinend enthalten: Wurst, Tomaten, Mayo, Brot. Sie bringt uns einen Hotdog. Unser Frühstück. Jakob merkt an, das sei unser erster Durchfall. Geschmeckt hats jedenfalls super. Der Rückweg zum Busbahnhof war dann ganz leicht. Jetzt sitzen wir im Bus nach Puerto Montt. Obwohl wir ständig irgendwo in der Pampa (Felder, an der Strasse ein kleines Wartehäuschen) anhalten, Leute zusteigen, der Busfahrer aussteigt um sich was zu essen zu besorgen, sind wir fast pünktlich. Nur ne halbe Stunde Verspätung. So langsam gewöhnen wir uns an die Südamerikanische Lockerheit. Also glaubt ja nicht, dass ihr immer so ausführliche Berichte bekommt! Auch unser Spanisch hat sich extrem verbessert. Sipo: A ver... - Also: Das wird schon...
(Anm. d. Red.: Eigentlich liegen wir gerade in Puerto Montt im besten Hostel der Welt. Ja, wir sind etwa 6 Stunden hinterher!)
Auch das Busticket hätten wir ohne Gustavo nicht so leicht bekommen. Hier ist es keinesfalls so, dass man an den Schalter geht und sagt: Hallo, einmal nach Buxtehude. Hier überreicht das nette Personal keinen Reiseplan mit drei Tickets, die einen zum Zielort bringen. Hier ist alles anders. Es gibt keinen Fahrplan, den man einsehen kann, keinen Schalter, der eine Übersicht über alle Busse hat. Jede Busgesellschaft hat ihren eigenen Schalter und unterschiedliche Abfahrtszeiten. Dabei weiss die Person nur von den Bussen, die von diesem Ort aus und von dieser Busgesellschaft abfahren. Auskünfte über mögliche Anschlüsse im nächsten Ort sind kaum möglich.
Deshalb fuhren wir nach Temuco. Die Busse direkt von Santiago nach Puerto Montt im Süden waren alle voll belegt. Darum riet man uns einfach nach Süden zu fahren, am besten nach Osorno. Nein auch voll. Bei dieser Busgesellschaft auch. Mist. Nächster Schalter: Osorno? Voll. Naja. Temuco? Si. Also dannTemuco. Über Nacht in recht bequemen Halbliegesitzen gings dann durch Zentralchile. 10 Stunden. Zuerst dröhnte aus den Lautsprechern eine Latino-Justin-Bieber-Version von "Stand by me". Jakob fands "gar nicht so schlecht". xD Danach gabs den neuen Conan Film. Aber mit schlehtem Ton. Das gab die Raubkopie nicht her. Irgendwann verteilte der nette Busbegleiter Decken und Kissen. Wir versuchten zu schlafen.
Um 8 Uhr morgens erreichten wir Temuco. Klebrig. Irgendwann hatte man die Klimaanlage ausgemacht, damit es wärmer ist. Im grossen und ganzen war die Fahrt aber ok. Die Busse halten regelmässig und die Fahrer wechseln alle 4 Stunden, was die Passagiere auf einer Anzeige im Gang überprüfen können. Es wird viel für die Sicherheit getan, nachdem sich immer mehr Busunglücke gehäuft hatten. Wir selbst wurden Zeugen einer staatlichen Fahrzeitkontrolle. Aber zurück zu Temuco.
Hier war es wesentlich kühler. Vllt. 13 Grad. Also erstmal auf die Toiletten, Zähneputzen und umziehen. Dann einen Bus suchen. Etwa 4 Mal durfte einer von uns zu den Schaltern rennen. Immer wieder jeden einzelnen nach einer anderen Alternative fragen, wieder Rücksprache mit dem Anderen halten, der solange auf das Gepäck aufpasst. Und so fort. Bis übermorgen kein Anschluss nach Punta Arenas in den Nationalpark. Mist. Dann fahren wir eben weiter nach Puerto Montt. Oder doch Osorno? Und dann Antworten wie: Erst nächste Woche. Morgen. Hä? Nein heute nicht. Am Ende fanden wir aber doch was passendes. 8 € für 600 km? Nicht schlecht. So und nun? Wir haben noch drei Stunden Zeit. Also schultern wir uns unsere 17 Kilo schweren Rucksäcke und verlaufen uns tadellos. In Temuco gibt es nicht viel. Ausser kleinen schäbige Häusern und Strassenkötern. Die Leute sind arm hier. Wie überall wo wir waren, fehlt den Chilenen das Geld. Nur wenige Plätze sind gepflegt. Und die Fabriken und Autobahnen, die sind aber in spanischen und europäischen Besitz. Die verdienen mächtig daran. Chile hat oft keine andere Wahl als zu verkaufen. Dem Land fehlen die Mittel, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
In Temuco leben hauptsächlich Arbeiter und Mapuche. Die Mapuche, ein noch immer stolzer eingeborener Stamm, hat lange die Spanier in Schach gehalten und sich 200 Jahre gegen Unterdrückung behauptet. Jakob und ich vermuten: Mit ihren Frauen. Die sehen hier nämlich sehr "rustikal" aus.
Dann finden wir den Bahnhof und damit auch unser Ziel: Den Markt von Mapuche. Ganz hübsch hier. Zwiebeln so groß, wie Kinderköpfe, Maiskolben so groß wie unsere na ja...Unterarme. Aber auch sonst alles was man brauchen kann. Das ganze findet unter alten, riesigen Wellblechdächern statt. Spannend anzusehen, wie das alles erwacht. Bei uns wär der Markt schon fast wieder rum. Hier ist der aber auch jeden Tag.
Wir haben Hunger und wollen was essen. Aber die Frau in der roten Schürze vor dem Lokal guckt so streng, dass wir etwas zögern. Als wir dann aber grüssen, wird sie plötzlich super freundlich und zeigt uns einen Platz passend zu unseren Rucksäcken. Die Bänke mit den hohen Rückenlehnen sind selbst gezimmert, in der Mitte steht ein kleiner Kohleofen, der im Winter bestimmt beheizt wird. Wir bestellen einen Kaffee. Sie bringt uns je ein Päckchen Instantpulver. Normal gebrühten, haben wir seit Italien nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich ist der zu teuer. Absurd. Wie viel kostet der Kaffee in Deutschland? Da wir nicht wissen, was man hier so isst, fragen wir sie, was sie anbieten kann. 1. Chilenisch versteht man verdammt schwer. 2. Haben wir sowieso keine Ahnung, was das alles ist und 3. Haben wir dann das bestellt, was sich am besten angehört hat. Ein Completo, darin sind anscheinend enthalten: Wurst, Tomaten, Mayo, Brot. Sie bringt uns einen Hotdog. Unser Frühstück. Jakob merkt an, das sei unser erster Durchfall. Geschmeckt hats jedenfalls super. Der Rückweg zum Busbahnhof war dann ganz leicht. Jetzt sitzen wir im Bus nach Puerto Montt. Obwohl wir ständig irgendwo in der Pampa (Felder, an der Strasse ein kleines Wartehäuschen) anhalten, Leute zusteigen, der Busfahrer aussteigt um sich was zu essen zu besorgen, sind wir fast pünktlich. Nur ne halbe Stunde Verspätung. So langsam gewöhnen wir uns an die Südamerikanische Lockerheit. Also glaubt ja nicht, dass ihr immer so ausführliche Berichte bekommt! Auch unser Spanisch hat sich extrem verbessert. Sipo: A ver... - Also: Das wird schon...
(Anm. d. Red.: Eigentlich liegen wir gerade in Puerto Montt im besten Hostel der Welt. Ja, wir sind etwa 6 Stunden hinterher!)
Sonntag, 12. Februar 2012
Das Monster Santiago
16.00 h, Barrio Quilicura, Santiago de Chile. Definitiv mehr als 30 Grad. Dennoch gehts ab ins Zentrum. Schnell noch eine Busfahrkarte am kleinen Laden an der Ecke gekauft und dann, warten in der prallen Sonne. Es ist heiss hier in Santiago. Sehr heiss. Aber anders als in Spanien sind hier miottags etliche Leute unterwegs. Da kommt ein Bus und unsere einheimische Fuehrerin weist darauf hin, dass das unserer ist. Wir steigen ein. Setzen uns hin und schon sind wir an der der naechsten Haltestelle. Menschen steigen ein. Viele Menschen. Der Bus ist voll und heiss. Knappe 40 Grad vielleicht. Die Fahrt geht durch die Vorstaedte Santiagos. Heruntergekommene Haeuser soweit das Auge reicht. Und kleine Firmen. Chile hat fast keine Industrie. Der Grossteil der Menschen lebt von der Landwirtschaft oder von Dienstleistungen. Die meisten Gueter muessen aus den Nachbarlaendern importiert werden. Doch nur wenige koennen sich einen Einkauf in den riesigen Supermaerkten leisten. Hier geht die Schere deutlich auseinander. Es gibt nur eine kleine Mittelschicht. Das Haus in dem wir leben gehoert einem pensionierten Lehrerehepaar. Im Vergleich zu Deutschland ist es winzig. Aber die Menschen sind zufrieden, mit dem was sie haben. Obwohl sie wissen, dass es ihnen besser gehen koennte. "Das Problem", so die Tochter des Hauses, "ist die Politik. Sie wird von der kleinen reichen Oberschicht bestimmt."
Als wir das Zentrum erreichen fallen mir fast die Augen aus dem Kopf. Eine Millionen Stadt, mit Haeuserschluchten, riesigen Plaetzen und einer Prachtstrasse im Zentrum, der Avenida Almedha. Von weiten erkennt man die riesige Flagge Chiles, die ueber dem Platz der Unabhaengigkeit weht. Hier ist ploetzlich alles modern. Schnell noch Geldwechseln.
In den Strassen ist die Hoelle los. In Abstaenden von vielleicht 10 Metern kann man alle moeglichen Dinge kaufen. Unter anderem Mani, das sind kandierte Erdnuesse. Generell scheint es hier eine andere Strassenkultur zu geben. In einem Schuhladen suchen wir Latschen, um endlich aus unseren Wanderkloetzen rauszukommen. Sie werden in grossen Auslagen angeboten zu hunderten. Und billig. Wir kaufen uns ein paar Bastlatschen fuer 3000 Pesos, umgerechnet 4 Euro. Danmit sind wir sehr zufrieden. Es hat auch Zeit gekostet etwas in unserer Groesse zu finden. Die Maenner hier sind im Durchschnitt einen ganzen Kopf kleiner als wir. Da wird schon mal erstaunt hinterhergeguckt. Aber man erkennt uns auch sofort als Touristen.
In einer kleinen Eisdiele kaufen wir uns einen Becher Eis und setzen uns in den Park. Die gibts naemlich auch. Man geht etwa 10 Minuten aus dem Zentrum in eine Richtung und ploetzlich ist alles ruhig. Ich esse einen Loeffel Bananeneis mit Palmhonig. Wahnsinn. Unsbeschreiblich. Das schmeckt mehr nach Banane als alle Bananen, die ich je gegessen habe zusammen. Ein Mann laeuft durch den Park und schreit laut: "Aquita, Aquita, LADOLADOLADOLADO!" Erstaunt drehe ich mich zu unserer Gastgeberin um. Sie lacht und erklaert: "Wasser und Eis!". In Chile wird alles abgekuerzt und verniedlicht. Wir haben echte Schwierihgkeiten, etwas zu verstehen, wenn die CHilenen nicht extra langsam sprechen.
Dann machen wir uns auf zum Cerro Santa Lucia. EInem der sieben Huegel, auf denen Santiago erbaut wurde, koennte man sagen. Zuerst war es eine Kultstaette, dann ein Kloster, spaeter eine Fetsung und jetzt Ausflugsziel fuer alle Touristen, sowie ortsansaessigen Raeuberbanden. Ganz oben gibt es einen Aussichtsturm.
Um uns herum erheben sich die Auslaeufer der Anden. Am Horizont liegt Schnee auf den Gipfeln und wir realisieren, was fuer ein Gigant diese Stadt doch ist. In der Tat ist Santiago das Ballungsgebiet Chiles. Hier wohnt ein Drittel der 16 Mil. Einwohner Chiles. Dabei erkennt man deutlich die wo welche Schicht zu Hause ist. In einem Viertel wohnt die reiche Oberschicht, im anderen die Unterschicht, klar getrennt. Dabei kann es sein, dass die armen Arbeiter nie ins Zentrum kommen. Warum auch, hier gibt es nichts fuer sie. Wir sind etwas ueberfordert. So gross haben wir es uns einfach nicht vorgestellt. Ein Wachmann ruft uns zu, dass der kleine Park im Kolonialstil jetzt schliesst und wir machen uns auf ins Fiestaviertel Bellavista.
Bellavista ist das Ausgehviertel Santiagos. Eine Bar reiht sich an die andere. Ueberall sitzen die Leute an Tischen auf der Strasse und teilen sich Bier aus 1 Liter - Flaschen. Bier scheint in zu sein in Santiago. Die Stimmung ist ausgelassen. Auch bei uns. Verkaufer und Musiker laufen herum. Die Stimmung ist grossartig. Ploetzlich ruft uns der Wirt zu. Jemand hat Jakobs Tasche gestohlen. Dank des Wirts hat er sie aber wieder fallen gelassen. Nichts fehlt. Ein heftiger Tag. Heute zwei Tage spaeter lachen wir darueber. Es war die erste Warnung. Bald werden wior uns von unseren unglaublich herzlichen Gastgebern verabschieden und uns in einen Bus setzen, der uns 600 km nach Sueden bringt, wo wir hoffen einen Anschluss nach Patagonien zu bekommen.
Als wir das Zentrum erreichen fallen mir fast die Augen aus dem Kopf. Eine Millionen Stadt, mit Haeuserschluchten, riesigen Plaetzen und einer Prachtstrasse im Zentrum, der Avenida Almedha. Von weiten erkennt man die riesige Flagge Chiles, die ueber dem Platz der Unabhaengigkeit weht. Hier ist ploetzlich alles modern. Schnell noch Geldwechseln.
In den Strassen ist die Hoelle los. In Abstaenden von vielleicht 10 Metern kann man alle moeglichen Dinge kaufen. Unter anderem Mani, das sind kandierte Erdnuesse. Generell scheint es hier eine andere Strassenkultur zu geben. In einem Schuhladen suchen wir Latschen, um endlich aus unseren Wanderkloetzen rauszukommen. Sie werden in grossen Auslagen angeboten zu hunderten. Und billig. Wir kaufen uns ein paar Bastlatschen fuer 3000 Pesos, umgerechnet 4 Euro. Danmit sind wir sehr zufrieden. Es hat auch Zeit gekostet etwas in unserer Groesse zu finden. Die Maenner hier sind im Durchschnitt einen ganzen Kopf kleiner als wir. Da wird schon mal erstaunt hinterhergeguckt. Aber man erkennt uns auch sofort als Touristen.
In einer kleinen Eisdiele kaufen wir uns einen Becher Eis und setzen uns in den Park. Die gibts naemlich auch. Man geht etwa 10 Minuten aus dem Zentrum in eine Richtung und ploetzlich ist alles ruhig. Ich esse einen Loeffel Bananeneis mit Palmhonig. Wahnsinn. Unsbeschreiblich. Das schmeckt mehr nach Banane als alle Bananen, die ich je gegessen habe zusammen. Ein Mann laeuft durch den Park und schreit laut: "Aquita, Aquita, LADOLADOLADOLADO!" Erstaunt drehe ich mich zu unserer Gastgeberin um. Sie lacht und erklaert: "Wasser und Eis!". In Chile wird alles abgekuerzt und verniedlicht. Wir haben echte Schwierihgkeiten, etwas zu verstehen, wenn die CHilenen nicht extra langsam sprechen.
Um uns herum erheben sich die Auslaeufer der Anden. Am Horizont liegt Schnee auf den Gipfeln und wir realisieren, was fuer ein Gigant diese Stadt doch ist. In der Tat ist Santiago das Ballungsgebiet Chiles. Hier wohnt ein Drittel der 16 Mil. Einwohner Chiles. Dabei erkennt man deutlich die wo welche Schicht zu Hause ist. In einem Viertel wohnt die reiche Oberschicht, im anderen die Unterschicht, klar getrennt. Dabei kann es sein, dass die armen Arbeiter nie ins Zentrum kommen. Warum auch, hier gibt es nichts fuer sie. Wir sind etwas ueberfordert. So gross haben wir es uns einfach nicht vorgestellt. Ein Wachmann ruft uns zu, dass der kleine Park im Kolonialstil jetzt schliesst und wir machen uns auf ins Fiestaviertel Bellavista.
Bellavista ist das Ausgehviertel Santiagos. Eine Bar reiht sich an die andere. Ueberall sitzen die Leute an Tischen auf der Strasse und teilen sich Bier aus 1 Liter - Flaschen. Bier scheint in zu sein in Santiago. Die Stimmung ist ausgelassen. Auch bei uns. Verkaufer und Musiker laufen herum. Die Stimmung ist grossartig. Ploetzlich ruft uns der Wirt zu. Jemand hat Jakobs Tasche gestohlen. Dank des Wirts hat er sie aber wieder fallen gelassen. Nichts fehlt. Ein heftiger Tag. Heute zwei Tage spaeter lachen wir darueber. Es war die erste Warnung. Bald werden wior uns von unseren unglaublich herzlichen Gastgebern verabschieden und uns in einen Bus setzen, der uns 600 km nach Sueden bringt, wo wir hoffen einen Anschluss nach Patagonien zu bekommen.
Freitag, 10. Februar 2012
der sommer ist ausgebrochen
es ist geschafft!!!!!
nach anstrengenden stunden im flugzeug und auf den flughaefen dieser welt haben wir unser erstes ziel erreicht: santiago de chile.
erste amtshandlung: kurze hosen!!! das ist bei 30 grad im schatten und strahlendem sonnenschein auch noetig.
den europaeischen winter haben wir endgueltig hinter uns gelassen. basel -10 grad, rom 5 grad, buenos aires 20 grad....
empfangen wurden wir von valleria, der schwester von gustavo. man kann sie getrost als unsere lebensretterin bezeichnen, sie hat uns sehr herzlich empfangen und verkoestigt. hier, ein wenig ausserhalb von santiago sind wir jetzt untergekommen, um unsere weiterreise nach sueden zu koordinieren und kurz die akkus aufzuladen.
bis jetzt ist alles reibungslos verlaufen, rom ist definitiv einen besuch wert. wir haben uns auch so ziemlich alles angeschaut, was man sich in drei tagen anschauen kann. kirchen, vatikan, kolosseum, forum, pizza, spanische treppen, trevibrunnen.... den ganzen alten kram eben... alles wunderschoen und so!!
demnaechst machen wir uns auf, das viertel zu erkunden, geld zu wechseln und mal ein bisschen mit der situation fertig zu werden. unsere spanischen gehversuche erweisen sich momentan als eher verzweifelt und stammelnd, aber das wird in den naechsten tagen und wochen schon werden. irgendwie konnten wir uns bis jetzt immer versteandlich machen.
die besten gruesse ins kalte winterwunderland. sommer im februar kommt total geil vorbei, das koennt ihr uns glauben!!
auf bald
nach anstrengenden stunden im flugzeug und auf den flughaefen dieser welt haben wir unser erstes ziel erreicht: santiago de chile.
erste amtshandlung: kurze hosen!!! das ist bei 30 grad im schatten und strahlendem sonnenschein auch noetig.
den europaeischen winter haben wir endgueltig hinter uns gelassen. basel -10 grad, rom 5 grad, buenos aires 20 grad....
empfangen wurden wir von valleria, der schwester von gustavo. man kann sie getrost als unsere lebensretterin bezeichnen, sie hat uns sehr herzlich empfangen und verkoestigt. hier, ein wenig ausserhalb von santiago sind wir jetzt untergekommen, um unsere weiterreise nach sueden zu koordinieren und kurz die akkus aufzuladen.
bis jetzt ist alles reibungslos verlaufen, rom ist definitiv einen besuch wert. wir haben uns auch so ziemlich alles angeschaut, was man sich in drei tagen anschauen kann. kirchen, vatikan, kolosseum, forum, pizza, spanische treppen, trevibrunnen.... den ganzen alten kram eben... alles wunderschoen und so!!
demnaechst machen wir uns auf, das viertel zu erkunden, geld zu wechseln und mal ein bisschen mit der situation fertig zu werden. unsere spanischen gehversuche erweisen sich momentan als eher verzweifelt und stammelnd, aber das wird in den naechsten tagen und wochen schon werden. irgendwie konnten wir uns bis jetzt immer versteandlich machen.
die besten gruesse ins kalte winterwunderland. sommer im februar kommt total geil vorbei, das koennt ihr uns glauben!!
auf bald
Dienstag, 7. Februar 2012
9 Stunden im kleinsten Staat der Welt
Heute ging um 10 h in den kleinsten Staat der Welt. In Rekordzeit besichtigten wir den Petersdom und erklommen dessen Kuppel, um die ewige Stadt zu schauen. Von oben hatte man einen herrlichenBlick auf den Petersplatz. Nach kurzem Rätselraten, welcher der Hügel denn nun der Palatin ist, kehrten wir erstmal in das Cafe auf dem Dach (dort treffen sich die ganzen Wachleute)und genossen einen Café. Als wir nach dem Abstieg noh der Campofiori Teutonico besuchen wollten, wurden wir leider von der Schweizer Garde abgewiesen. "Nur möglih von 7-12 h." Das sind ja unögliche Zeiten. Naja. Nach einem kurzen Spaziergang zur Engelsburg ging es dann noch ins Vatikanische Museum. Laokoon, Augustus und Sixtinische Kapelle waren natürlich grandios. Aber igendwann hatten wir auch genug. Nur den Trevibrunnen mussten wir natürlih noch mitnehmen. Lag ja auf dem Weg. Dort versammelten sich allerdings gackernde Schulklassen, die allesamt unfähig waren den Brunnen mit ihren Münzen zu treffen. Eine Mordsgaudi da zuzuschauen. Jetzt sitzen wir im Hostel und ruhen uns von unserer 9 Stunden Tour aus.
Montag, 6. Februar 2012
Na endlich...
Philipps Version: wir haben die erste Etappe geschafft. Wir sind in Rom angekommen. Doch schon diese erste kleine Strecke wurde von Highlights begleitet. Kaum am Flughafen angekommen, bemerkte ich, dass ich mein Telefon noch in der Hosentasche hatte. In der Sicherheitskontrolle mussten wir unsere gefährlichen Wanderschuhe scannen lassen und im Duty-Free-Shop griff Jakob zielsicher zu Cool Water Women, wodurch er den ganzen Tag dezent nach Rosen duftete. Der Flug über die verschneiten Alpen war traumhaft. Nachdem wir endlich Rom erreichten, realisierten wir, glaube ich, zum ersten Mal, dass es jetzt endlich los geht. Mit dem Bus ging es dann zum Termini, wo wir auch gleich, Dank unserer patentierten Das-wird-schon-laufen-Technik, ein passendes Hostel fanden. Bei unserem ersten Erkundungsausflug zum Kolosseum genossen wir ein erstes Bier, mit Blick auf das Forum Romanum in der Abendsonne. Kurz darauf wurden wir von der Polizei kontrolliert. xD Reine Routinekontrolle. Klar. Der Polizist erzählte uns währenddessen vom Schneechaos, das Rom zum ersten Mal seit 27 Jahren heimsuchte. Tatsächlich sind die Wege vereister als in Tübingen, was selbst Einkaufen zur lustigen Rutschpartie für alle Italiener macht. Wir wirken demgegenüber wie schneeerprobte Yetis. Zum Abendessen gabs Pizza umsonst und jeeeetzt PROST! Auf euch!
Jakobs Version: jetzt ist es auch mal an der zeit, dass ich meinen senf hier dazugeb! Bis jetzt ging alles ohne grössere probleme vor sich, abgesehen. On bielleicht nem kleinen parfumtechnischen ausrutscher von meiner seite...
Ich werde. Je wieder darüber meckern, dass in tübingen im winter nicht geräumt wird, die römer kriegens noch weniger hin! Philipps eiskunstlaufeinlagen lassen ein gewisses training in der jugend vermuten, an ihm ist eine bAllerina verloren gegangen! In unserem hostel hängen
Mehr kameras als in so manchem knast, aber man kanns definitiv aushalten. Wir lassen den anstrengenden ersten tag in rom mit kolosseum, kälte, flug, bier und dem stress im allgemeinen lassen wir den tag bei, ratet mal, bier ausklingen!!
Beste grüsse in die heimat!
Standort:
Rom, Italien
Freitag, 3. Februar 2012
Noch 3 Tage...
...und dann gehts LOS! Von Nervosität ist gar keine Rede mehr. Es ist ein Wahn, der sich breit macht. Sieben Monate sind eine lange Zeit. Wird alles gut gehen? Was erwartet uns? Nichts verschafft Gewissheit und doch möchte man sich irgendwie vorbereiten. Ich glaube ich habe noch gar nicht wirklich verstanden, was wir da eigentlich machen. Es kann ja alles passieren und es wird auch alles passieren. Aber wenn es passiert, dann passiert es eben. Beim packen macht man sich eben Gedanken. Vor allem, wenn in den Rucksack, trotz seiner 60 Liter Fassungsvermögen, eben doch nicht alles reingeht, was man mitnehmen möchte. Aber ich gebe nicht auf und packe tapfer weiter. PACKEN! Meine Hauptbeschäftigung dieser Tage. Es ist ziemlich SCHEIßE wochenlang nur über die Reise nachzudenken und unbedingt weg zu wollen, aber es geht nicht. Die Tage krochen dahin und jetzt ist es nur noch ein Wochenende. Habe ich auch wirklich an alles gedacht? Momentan sind es 16,5 Kilo, ohne die dicken Wanderstiefel. Die passen nämlich nicht rein. Deshalb werde ich sie wohl im Flugzeug anziehen müssen. Und das andere paar Schuhe wird hier bleiben. Mist. Oder sollte ich doch nochmal alles auspacken und es versuchen?
Standort:
Steinen, Deutschland
Donnerstag, 26. Januar 2012
Was zum Geier und WARUM?
Kapitel I
Es war ein ganz netter Tag irgendwann im letzten Frühjahr. Philipp saß mal wieder auf dem Sofa, um sein reichhaltiges Mittagessen aus irgendeiner grauen Substanz zu verzehren. Zur Unterhaltung genoss er dazu ein wenig Television, doch schon nach kurzem Zappen kam ihm der Gedanke, wie wunderbar eintönig die deutsche Nachmittags-TV-Welt im allgemeinen ist. Plötzlich stieß er auf eine Sendung, die sich von den anderen abhob. Statt kreischenden, mit Pickeln übersähten, 14-jährigen Gören, die ja nur ein bisschen Freiheit wollen, zeigte diese Sendung wunderbare grüne Landschaften, rauhes Wetter, Gletscher, Sonne, Regen und Guanacos. (Anm. d. Red.: Der Begriff Guanaco wird zu einem späteren Zeitpunkt erläutert). Fasziniert von der einzigartigen Natur und den seltsamen Menschen starrte Philipp gebannt auf den Bildschirm, verschluckte sich an einem zu groß geschnittenen Stück Tomate und verbrachte die nächsten 15 Minuten damit, röchelnd wieder zu einem natürlichen Atmungsverhalten zu finden. Als er endlich wieder zum Fernseher Kriechen konnte, war die Sendung vorüber. Es folgte eine Reportage über Dmitri Mereschkowski.Gelangweilt begab sich Philipp wieder zu seinem Studium der hohen Künste. An dieser Stelle mag sich der geneigte Leser wohl fragen: "HÜÄ?" , aber ein glücklicher Zufall brachte die Fortsetzung unserer Geschichte. Denn tatsächlich folgte in den nächsten Wochen immer und immer wieder die selbe Prozedur. Zuerst das Essen, dann die Sendung auf ARTE und das röchelnde Erwachen, nach einem beinahe erfolgreichen Erstickungstod. Auf dieses Zeichen reagierte Philipp, indem er sich dachte: "Irgendwie habe ich das Gefühl, ich muss etwas Unternehmen." Das Drängen seiner besten Freunde, sich doch lieber von einem Arzt helfen zu lassen, verneinte er und lud stattdessen sogar noch jemanden ein mitzukommen. Nach nächtelanger Suche fand er endlich Titel und Herkunft der Dokumentation über dieses geheimnisvolle Land, welches ihn auf mysteriöse Weise nahezu in der Tod getrieben hat und führte sie Jakob vor. "Mal sehen" äußerte sich Jakob, "ich muss mir das noch überlegen." Doch schon bald wurde er vom Fieber gepackt und sie lagen beide röchelnd in der Kühe. Vielleicht hätte es geholfen Tomaten nicht mehr im ganzen zu schlucken. Aber diese Art und Weise damit umzugehen, ist ja auch viel cooler. Deshalb stand nach kurzer Bedenkzeit fest. WIR MACHEN JETZT SÜDAMERIKA!
Es war ein ganz netter Tag irgendwann im letzten Frühjahr. Philipp saß mal wieder auf dem Sofa, um sein reichhaltiges Mittagessen aus irgendeiner grauen Substanz zu verzehren. Zur Unterhaltung genoss er dazu ein wenig Television, doch schon nach kurzem Zappen kam ihm der Gedanke, wie wunderbar eintönig die deutsche Nachmittags-TV-Welt im allgemeinen ist. Plötzlich stieß er auf eine Sendung, die sich von den anderen abhob. Statt kreischenden, mit Pickeln übersähten, 14-jährigen Gören, die ja nur ein bisschen Freiheit wollen, zeigte diese Sendung wunderbare grüne Landschaften, rauhes Wetter, Gletscher, Sonne, Regen und Guanacos. (Anm. d. Red.: Der Begriff Guanaco wird zu einem späteren Zeitpunkt erläutert). Fasziniert von der einzigartigen Natur und den seltsamen Menschen starrte Philipp gebannt auf den Bildschirm, verschluckte sich an einem zu groß geschnittenen Stück Tomate und verbrachte die nächsten 15 Minuten damit, röchelnd wieder zu einem natürlichen Atmungsverhalten zu finden. Als er endlich wieder zum Fernseher Kriechen konnte, war die Sendung vorüber. Es folgte eine Reportage über Dmitri Mereschkowski.Gelangweilt begab sich Philipp wieder zu seinem Studium der hohen Künste. An dieser Stelle mag sich der geneigte Leser wohl fragen: "HÜÄ?" , aber ein glücklicher Zufall brachte die Fortsetzung unserer Geschichte. Denn tatsächlich folgte in den nächsten Wochen immer und immer wieder die selbe Prozedur. Zuerst das Essen, dann die Sendung auf ARTE und das röchelnde Erwachen, nach einem beinahe erfolgreichen Erstickungstod. Auf dieses Zeichen reagierte Philipp, indem er sich dachte: "Irgendwie habe ich das Gefühl, ich muss etwas Unternehmen." Das Drängen seiner besten Freunde, sich doch lieber von einem Arzt helfen zu lassen, verneinte er und lud stattdessen sogar noch jemanden ein mitzukommen. Nach nächtelanger Suche fand er endlich Titel und Herkunft der Dokumentation über dieses geheimnisvolle Land, welches ihn auf mysteriöse Weise nahezu in der Tod getrieben hat und führte sie Jakob vor. "Mal sehen" äußerte sich Jakob, "ich muss mir das noch überlegen." Doch schon bald wurde er vom Fieber gepackt und sie lagen beide röchelnd in der Kühe. Vielleicht hätte es geholfen Tomaten nicht mehr im ganzen zu schlucken. Aber diese Art und Weise damit umzugehen, ist ja auch viel cooler. Deshalb stand nach kurzer Bedenkzeit fest. WIR MACHEN JETZT SÜDAMERIKA!
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