Kapitel I
Es war ein ganz netter Tag irgendwann im letzten Frühjahr. Philipp saß mal wieder auf dem Sofa, um sein reichhaltiges Mittagessen aus irgendeiner grauen Substanz zu verzehren. Zur Unterhaltung genoss er dazu ein wenig Television, doch schon nach kurzem Zappen kam ihm der Gedanke, wie wunderbar eintönig die deutsche Nachmittags-TV-Welt im allgemeinen ist. Plötzlich stieß er auf eine Sendung, die sich von den anderen abhob. Statt kreischenden, mit Pickeln übersähten, 14-jährigen Gören, die ja nur ein bisschen Freiheit wollen, zeigte diese Sendung wunderbare grüne Landschaften, rauhes Wetter, Gletscher, Sonne, Regen und Guanacos. (Anm. d. Red.: Der Begriff Guanaco wird zu einem späteren Zeitpunkt erläutert). Fasziniert von der einzigartigen Natur und den seltsamen Menschen starrte Philipp gebannt auf den Bildschirm, verschluckte sich an einem zu groß geschnittenen Stück Tomate und verbrachte die nächsten 15 Minuten damit, röchelnd wieder zu einem natürlichen Atmungsverhalten zu finden. Als er endlich wieder zum Fernseher Kriechen konnte, war die Sendung vorüber. Es folgte eine Reportage über Dmitri Mereschkowski.Gelangweilt begab sich Philipp wieder zu seinem Studium der hohen Künste. An dieser Stelle mag sich der geneigte Leser wohl fragen: "HÜÄ?" , aber ein glücklicher Zufall brachte die Fortsetzung unserer Geschichte. Denn tatsächlich folgte in den nächsten Wochen immer und immer wieder die selbe Prozedur. Zuerst das Essen, dann die Sendung auf ARTE und das röchelnde Erwachen, nach einem beinahe erfolgreichen Erstickungstod. Auf dieses Zeichen reagierte Philipp, indem er sich dachte: "Irgendwie habe ich das Gefühl, ich muss etwas Unternehmen." Das Drängen seiner besten Freunde, sich doch lieber von einem Arzt helfen zu lassen, verneinte er und lud stattdessen sogar noch jemanden ein mitzukommen. Nach nächtelanger Suche fand er endlich Titel und Herkunft der Dokumentation über dieses geheimnisvolle Land, welches ihn auf mysteriöse Weise nahezu in der Tod getrieben hat und führte sie Jakob vor. "Mal sehen" äußerte sich Jakob, "ich muss mir das noch überlegen." Doch schon bald wurde er vom Fieber gepackt und sie lagen beide röchelnd in der Kühe. Vielleicht hätte es geholfen Tomaten nicht mehr im ganzen zu schlucken. Aber diese Art und Weise damit umzugehen, ist ja auch viel cooler. Deshalb stand nach kurzer Bedenkzeit fest. WIR MACHEN JETZT SÜDAMERIKA!
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