Dienstag, 28. Februar 2012

Einmal Nationalpark bitte!

Ok. Wir sind zurueck in der Zivilisation und haben gerade noch ein Zimmer in der Herberge unseres Vertrauens bekommen. Die ersten 11 Tage in Torres del Paine waren famos. Die Landschaft ist einfach sagenhaft, aber eigentlich Pampa. Soviel Natur gibts sonst selten zu sehen. Man muss sich das so vorstellen: Schweiz, ohne  Menschen, ohne Autobahnen und mit vielen Pferden. Untergebracht sind wir dort im eigenen Zelt auf einem eigenen Campingplatz fuer die Mitarbeiter unserer "Organisation". Leider wurden wir ein bisschen desillusioniert. Zum einen wird es viel kaelter als gedacht, vor allem Nachts kuehlt es auf bis zu -2°C runter, zum anderen ist diese Umweltorganisation, wofuer wir arbeiten, eher als outgesourcte Firma eines Luxushotels zu sehen. Wir sind naemlich gar nicht direkt im Nationalpark, sondern auf privatem Gelaende aktiv, das zwar so gross ist, dass es ein eigener park sein koennte, aber eben nur in direkter Nachbarschaft zum Park liegt. Nichtsdestotrotz sind die Erfahrungen der Wahnsinn. Wir sind an Orte gekommen, die sonst kein Tourist zu sehen bekommt. Zum Beispiel haben wir vor einigen Tagen einfach mal einen Gipfel bestiegen um zu gucken, ob es dort Orchideen gibt. Das und den Touristen Steine in den Weg legen, damit sie sich nicht verirren und die Natur zerstoeren sind quasi unsere Hauptbeschaeftigungen. Gestern sind wir auf Pferden zu einem nahen Refugio geritten, um, und jetzt kommts: dort nach Orchideen zu suchen. HALLO! WIR SIND GERITTEN! ALLEINE! Koennt ihr euch Jakob auf nem Pferd vorstellen? xD
Doch, obwohl wir eine echt gute Zeit hatten, will Jakob das nicht mehr weiter machen und hat sich entschieden, alleine nach Iguazu zu trampen. Das heisst 5000 km durch Argentinien in 2 Wochen. Ich dagegen bleibe noch ein paar Tage in Torres del Paine. In Buenos Aires werden wir uns dann wieder Treffen, wenn alles gut geht. Aber morgen machen wir erstmal Ferien. Wir versuchen noch einen Bus nach Ushuaia zu erwischen, der suedlichsten Stadt der Welt. Begleiten wird uns Marc, der erste Franzose der Welt, der fliessend Englisch spricht und ebenfalls in Torres del Paine arbeitet.



Jakob laesst gruessen. Das naechste mal dann aus Ushuaia!

Donnerstag, 16. Februar 2012

TORRES DEL PAINE - Unser Zuhause fuer einen Monat

Wir haben es geschafft. Unsere Ankunft in Torres del Paine war ein Genuss! Begruesst wurden wir gleich von Guanacos und einem Kondor. Nachdem uns der Busfahrer einfach irgendwo rausgeschmissen hat, hatten wir erstmal Orientierungsprobleme. Darum stapften wir einfach mal gerate wohl auf einen Campingplatz zu. Dank der unglaublichen Freundlichkeit der Patagonier wurden wir zu unserem exklusiven Campingplatz fuer Mitarbeiter gefuehrt. Von unserem Zelt sehen wir direkt auf die Torres del Paine. Beim Abendessen, lernten wir gleich die halbe Belegschaft kennen. Vom Gaucho bis zum Guide waren alle vertreten und hiessen uns willkommen. Jakob hat seinen Schnupfen ueberwunden, dafuer hat es Philipp jetzt erwischt. Das Internet hier funktioniert nur ueber Satellit, wir beschraenken uns deshalb die naechsten Wochen auf das mindeste. Vielleicht schaffen wir es sogar ein zwei Bilder hochzustellen.

Mucha suerte!

Mittwoch, 15. Februar 2012

In Punta Arenas...






Nach 30 Stunden Busfahrt sind wir endlich in Punta Arenas angekommen. Die Fahrt war wahnsinnig anstrengend aber schoen. Um 10.30 sollte unser Bus Puerto Montt verlassen. Tatsaechlich fuhren wir erst eine Stunde spaeter ab. Ueber Osorno fuhren wir dann Richtung Anden. Es bot sich ein gewaltiger Ausblick auf die ersten Vulkane unserer Reise. Etwa 10 km vor der Grenze erreichten wir den chilenischen Grenzposten. Nur wenige Minuten zuvor ist uns aufgefallen, dass wir kein Essen nach Argentinien einfuehren durften, also haben wir schnell zu Mittag gegessen. Naja, mehr verschlungen, als gegessen. Nebenbei, chilenischer Kochschinken, riecht, wie Katzenfutter. Schmeckt aber nach allem moeglichem. Vom Grenzposten aus fuhren wir in einen Nationalpark. Schnell fiel uns der interessante Bewuchs auf. Alle Baeume waren kahl und auf dem Boden lag eine dicke Schicht Staub. Es war Asche, vor wenigen Jahren ausgespuckt, hat sich die Natur immer noch nicht erholt. Als wir am argentinischen Grenzposten austeigen mussten, waren wir in kuerzester Zeit ebenfalls davon bedeckt. Der Wind treibt das feine Gestein in alle Richtungen. Unsere Augen brannten. Die Grenzformalitaeten dauerten eine Ewigkeit. Dadurch bot sich aber genug Zeit sich ein wenig umzuschauen und den Anblick auf das gewaltige Bergmassiv zu geniessen. Dann ging es weiter durch quer durch Argentinien. Zuerst kamen wir ins argentinische Seengebiet. Riesige Seen umgeben von hohen Huegeln und Steppe. Dann waren wir endlich in Patagonien. Patagonien ist in erster Linie flach und still. Schon wenig abseits der Strasse hoert man keinen Mucks mehr. Es ist eines der am duennsten besiedelten Gebiete der Welt, nimmt dabei aber eine Flaeche ein, die kaum vorstellbar ist. Man blickt von Horizont zu Horizont, ohne einen Huegel oder aehnliches als Wegmarke und verliert jedes Gefuehl fuer Entfernungen. Die Einsamkeit, mit der man hier konfrontiert wird, laesst einen nicht mehr los. Am liebsten moechte man allein irgendwo in der Steppe stehen und SCHREIEN. Man bekaeme keine Antwort. Nur Steppe Steppe Steppe. Es ist ueberwaeltigend.DA IST NIEMAND NICHTS GARNIX NADA! Erst im Sueden wird die Besiedelung wieder dichter und man sieht wenigstens ab und zu Schafe, Guanacos oder Nandus. Dementsprechend eintoenig war die Busfahrt. Morgen geht es in den Nationalpark. Jetzt hab ich aber keine Lust mehr zu schreiben. 30 Stunden Busfahrt machen vorallem muede und stinkig. Ab unter die Dusche und dann ins Bett! Die erste Nacht am Ende der Welt.

Dienstag, 14. Februar 2012

Der Pazifik und unser Hostelzimmer....

ÄTSCH! Heute gehts ab nach Punta Arenas. 36 Stunden Busfahrt. Die Nacht war Klasse. Wir haben hier ein richtig familiäres Hostel gefunden. Man wohnt quasi mit den Herbergseltern zusammen...

Montag, 13. Februar 2012

Lost in Temuco...

Von nun an sind wir auf uns allein gestellt. Gustavo hat uns zum Terminal gebracht und nochmal gewarnt, uns vorsichtig zu verhalten. Chile ist zwar sehr fortschrittlich, schon fast europäisch, doch die Armut treibt viele in die Kriminalität. Als Touristen sind wir da ein gefundenes fressen. Das heisst aber nicht, dass an jeder Ecke jemand mit einem Messer lauert um uns abzumurksen. Viel eher ergreifen diese Personen einfach die Gelegenheit, die sich ihnen bietet. Das lässt sich durch richtiges Verhalten unterbinden.
Auch das Busticket hätten wir ohne Gustavo nicht so leicht bekommen. Hier ist es keinesfalls so, dass man an den Schalter geht und sagt: Hallo, einmal nach Buxtehude. Hier überreicht das nette Personal keinen Reiseplan mit drei Tickets, die einen zum Zielort bringen. Hier ist alles anders. Es gibt keinen Fahrplan, den man einsehen kann, keinen Schalter, der eine Übersicht über alle Busse hat. Jede Busgesellschaft hat ihren eigenen Schalter und unterschiedliche Abfahrtszeiten. Dabei weiss die Person nur von den Bussen, die von diesem Ort aus und von dieser Busgesellschaft abfahren. Auskünfte über mögliche Anschlüsse im nächsten Ort sind kaum möglich.
Deshalb fuhren wir nach Temuco. Die Busse direkt von Santiago nach Puerto Montt im Süden waren alle voll belegt. Darum riet man uns einfach nach Süden zu fahren, am besten nach Osorno. Nein auch voll. Bei dieser Busgesellschaft auch. Mist. Nächster Schalter: Osorno? Voll. Naja. Temuco? Si. Also dannTemuco. Über Nacht in recht bequemen Halbliegesitzen gings dann durch Zentralchile. 10 Stunden. Zuerst dröhnte aus den Lautsprechern eine Latino-Justin-Bieber-Version von "Stand by me". Jakob fands "gar nicht so schlecht". xD Danach gabs den neuen Conan Film. Aber mit schlehtem Ton. Das gab die Raubkopie nicht her. Irgendwann verteilte der nette Busbegleiter Decken und Kissen. Wir versuchten zu schlafen.
Um 8 Uhr morgens erreichten wir Temuco. Klebrig. Irgendwann hatte man die Klimaanlage ausgemacht, damit es wärmer ist. Im grossen und ganzen war die Fahrt aber ok. Die Busse halten regelmässig und die Fahrer wechseln alle 4 Stunden, was die Passagiere auf einer Anzeige im Gang überprüfen können. Es wird viel für die Sicherheit getan, nachdem sich immer mehr Busunglücke gehäuft hatten. Wir selbst wurden Zeugen einer staatlichen Fahrzeitkontrolle. Aber zurück zu Temuco.
Hier war es wesentlich kühler. Vllt. 13 Grad. Also erstmal auf die Toiletten, Zähneputzen und umziehen. Dann einen Bus suchen. Etwa 4 Mal durfte einer von uns zu den Schaltern rennen. Immer wieder jeden einzelnen nach einer anderen Alternative fragen, wieder Rücksprache mit dem Anderen halten, der solange auf das Gepäck aufpasst. Und so fort. Bis übermorgen kein Anschluss nach Punta Arenas in den Nationalpark. Mist. Dann fahren wir eben weiter nach Puerto Montt. Oder doch Osorno? Und dann Antworten wie: Erst nächste Woche. Morgen. Hä? Nein heute nicht. Am Ende fanden wir aber doch was passendes. 8 € für 600 km? Nicht schlecht. So und nun? Wir haben noch drei Stunden Zeit. Also schultern wir uns unsere 17 Kilo schweren Rucksäcke und verlaufen uns tadellos. In Temuco gibt es nicht viel. Ausser kleinen schäbige Häusern und Strassenkötern. Die Leute sind arm hier. Wie überall wo wir waren, fehlt den Chilenen das Geld. Nur wenige Plätze sind gepflegt. Und die Fabriken und Autobahnen, die sind aber in spanischen und europäischen Besitz. Die verdienen mächtig daran. Chile hat oft keine andere Wahl als zu verkaufen. Dem Land fehlen die Mittel, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.
In Temuco leben hauptsächlich Arbeiter und Mapuche. Die Mapuche, ein noch immer stolzer eingeborener Stamm, hat lange die Spanier in Schach gehalten und sich 200 Jahre gegen Unterdrückung behauptet. Jakob und ich vermuten: Mit ihren Frauen. Die sehen hier nämlich sehr "rustikal" aus.
Dann finden wir den Bahnhof und damit auch unser Ziel: Den Markt von Mapuche. Ganz hübsch hier. Zwiebeln so groß, wie Kinderköpfe, Maiskolben so groß wie unsere na ja...Unterarme. Aber auch sonst alles was man brauchen kann. Das ganze findet unter alten, riesigen Wellblechdächern statt. Spannend anzusehen, wie das alles erwacht. Bei uns wär der Markt schon fast wieder rum. Hier ist der aber auch jeden Tag.
Wir haben Hunger und wollen was essen. Aber die Frau in der roten Schürze vor dem Lokal guckt so streng, dass wir etwas zögern. Als wir dann aber grüssen, wird sie plötzlich super freundlich und zeigt uns einen Platz passend zu unseren Rucksäcken. Die Bänke mit den hohen Rückenlehnen sind selbst gezimmert, in der Mitte steht ein kleiner Kohleofen, der im Winter bestimmt beheizt wird. Wir bestellen einen Kaffee. Sie bringt uns je ein Päckchen Instantpulver. Normal gebrühten, haben wir seit Italien nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich ist der zu teuer. Absurd. Wie viel kostet der Kaffee in Deutschland? Da wir nicht wissen, was man hier so isst, fragen wir sie, was sie anbieten kann. 1. Chilenisch versteht man verdammt schwer. 2. Haben wir sowieso keine Ahnung, was das alles ist und 3. Haben wir dann das bestellt, was sich am besten angehört hat. Ein Completo, darin sind anscheinend enthalten: Wurst, Tomaten, Mayo, Brot. Sie bringt uns einen Hotdog. Unser Frühstück. Jakob merkt an, das sei unser erster Durchfall. Geschmeckt hats jedenfalls super. Der Rückweg zum Busbahnhof war dann ganz leicht. Jetzt sitzen wir im Bus nach Puerto Montt. Obwohl wir ständig irgendwo in der Pampa (Felder, an der Strasse ein kleines Wartehäuschen) anhalten, Leute zusteigen, der Busfahrer aussteigt um sich was zu essen zu besorgen, sind wir fast pünktlich. Nur ne halbe Stunde Verspätung. So langsam gewöhnen wir uns an die Südamerikanische Lockerheit. Also glaubt ja nicht, dass ihr immer so ausführliche Berichte bekommt! Auch unser Spanisch hat sich extrem verbessert. Sipo: A ver... - Also: Das wird schon...
(Anm. d. Red.: Eigentlich liegen wir gerade in Puerto Montt im besten Hostel der Welt. Ja, wir sind etwa 6 Stunden hinterher!)

Sonntag, 12. Februar 2012

Das Monster Santiago

16.00 h, Barrio Quilicura, Santiago de Chile. Definitiv mehr als 30 Grad. Dennoch gehts ab ins Zentrum. Schnell noch eine Busfahrkarte am kleinen Laden an der Ecke gekauft und dann, warten in der prallen Sonne. Es ist heiss hier in Santiago. Sehr heiss. Aber anders als in Spanien sind hier miottags etliche Leute unterwegs. Da kommt ein Bus und unsere einheimische Fuehrerin weist darauf hin, dass das unserer ist. Wir steigen ein. Setzen uns hin und schon sind wir an der der naechsten Haltestelle. Menschen steigen ein. Viele Menschen. Der Bus ist voll und heiss. Knappe 40 Grad vielleicht. Die Fahrt geht durch die Vorstaedte Santiagos. Heruntergekommene Haeuser soweit das Auge reicht. Und kleine Firmen. Chile hat fast keine Industrie. Der Grossteil der Menschen lebt von der Landwirtschaft oder von Dienstleistungen. Die meisten Gueter muessen aus den Nachbarlaendern importiert werden. Doch nur wenige koennen sich einen Einkauf in den riesigen Supermaerkten leisten. Hier geht die Schere deutlich auseinander. Es gibt nur eine kleine Mittelschicht. Das Haus in dem wir leben gehoert einem pensionierten Lehrerehepaar. Im Vergleich zu Deutschland ist es winzig. Aber die Menschen sind zufrieden, mit dem was sie haben. Obwohl sie wissen, dass es ihnen besser gehen koennte. "Das Problem", so die Tochter des Hauses, "ist die Politik. Sie wird von der kleinen reichen Oberschicht bestimmt."
Als wir das Zentrum erreichen fallen mir fast die Augen aus dem Kopf. Eine Millionen Stadt, mit Haeuserschluchten, riesigen Plaetzen und einer Prachtstrasse im Zentrum, der Avenida Almedha. Von weiten erkennt man die riesige Flagge Chiles, die ueber dem Platz der Unabhaengigkeit weht. Hier ist ploetzlich alles modern. Schnell noch Geldwechseln.
In den Strassen ist die Hoelle los. In Abstaenden von vielleicht 10 Metern kann man alle moeglichen Dinge kaufen. Unter anderem Mani, das sind kandierte Erdnuesse. Generell scheint es hier eine andere Strassenkultur zu geben. In einem Schuhladen suchen wir Latschen, um endlich aus unseren Wanderkloetzen rauszukommen. Sie werden in grossen Auslagen angeboten zu hunderten. Und billig. Wir kaufen uns ein paar Bastlatschen fuer 3000 Pesos, umgerechnet 4 Euro. Danmit sind wir sehr zufrieden. Es hat auch Zeit gekostet etwas in unserer Groesse zu finden. Die Maenner hier sind im Durchschnitt einen ganzen Kopf kleiner als wir. Da wird schon mal erstaunt hinterhergeguckt. Aber man erkennt uns auch sofort als Touristen.
In einer kleinen Eisdiele kaufen wir uns einen Becher Eis und setzen uns in den Park. Die gibts naemlich auch. Man geht etwa 10 Minuten aus dem Zentrum in eine Richtung und ploetzlich ist alles ruhig. Ich esse einen Loeffel Bananeneis mit Palmhonig. Wahnsinn. Unsbeschreiblich. Das schmeckt mehr nach Banane als alle Bananen, die ich je gegessen habe zusammen. Ein Mann laeuft durch den Park und schreit laut: "Aquita, Aquita, LADOLADOLADOLADO!" Erstaunt drehe ich mich zu unserer Gastgeberin um. Sie lacht und erklaert: "Wasser und Eis!". In Chile wird alles abgekuerzt und verniedlicht. Wir haben echte Schwierihgkeiten, etwas zu verstehen, wenn die CHilenen nicht extra langsam sprechen.


Dann machen wir uns auf zum Cerro Santa Lucia. EInem der sieben Huegel, auf denen Santiago erbaut wurde, koennte man sagen. Zuerst war es eine Kultstaette, dann ein Kloster, spaeter eine Fetsung und jetzt Ausflugsziel fuer alle Touristen, sowie ortsansaessigen Raeuberbanden. Ganz oben gibt es einen Aussichtsturm.
Um uns herum erheben sich die Auslaeufer der Anden. Am Horizont liegt Schnee auf den Gipfeln und wir realisieren, was fuer ein Gigant diese Stadt doch ist. In der Tat ist Santiago das Ballungsgebiet Chiles. Hier wohnt ein Drittel der 16 Mil. Einwohner Chiles. Dabei erkennt man deutlich die wo welche Schicht zu Hause ist. In einem Viertel wohnt die reiche Oberschicht, im anderen die Unterschicht, klar getrennt. Dabei kann es sein, dass die armen Arbeiter nie ins Zentrum kommen. Warum auch, hier gibt es nichts fuer sie. Wir sind etwas ueberfordert. So gross haben wir es uns einfach nicht vorgestellt. Ein Wachmann ruft uns zu, dass der kleine Park im Kolonialstil jetzt schliesst und wir machen uns auf ins Fiestaviertel Bellavista.
Bellavista ist das Ausgehviertel Santiagos. Eine Bar reiht sich an die andere. Ueberall sitzen die Leute an Tischen auf der Strasse und teilen sich Bier aus 1 Liter - Flaschen. Bier scheint in zu sein in Santiago. Die Stimmung ist ausgelassen. Auch bei uns. Verkaufer und Musiker laufen herum. Die Stimmung ist grossartig. Ploetzlich ruft uns der Wirt zu. Jemand hat Jakobs Tasche gestohlen. Dank des Wirts hat er sie aber wieder fallen gelassen. Nichts fehlt. Ein heftiger Tag. Heute zwei Tage spaeter lachen wir darueber. Es war die erste Warnung. Bald werden wior uns von unseren unglaublich herzlichen Gastgebern verabschieden und uns in einen Bus setzen, der uns 600 km nach Sueden bringt, wo wir hoffen einen Anschluss nach Patagonien zu bekommen.

Freitag, 10. Februar 2012

der sommer ist ausgebrochen

es ist geschafft!!!!!
nach anstrengenden stunden im flugzeug und auf den flughaefen dieser welt haben wir unser erstes ziel erreicht: santiago de chile.
erste amtshandlung: kurze hosen!!! das ist bei 30 grad im schatten und strahlendem sonnenschein auch noetig.
den europaeischen winter haben wir endgueltig hinter uns gelassen. basel -10 grad, rom 5 grad, buenos aires 20 grad....
empfangen wurden wir von valleria, der schwester von gustavo. man kann sie getrost als unsere lebensretterin bezeichnen, sie hat uns sehr herzlich empfangen und verkoestigt. hier, ein wenig ausserhalb von santiago sind wir jetzt untergekommen, um unsere weiterreise nach sueden zu koordinieren und kurz die akkus aufzuladen.
bis jetzt ist alles reibungslos verlaufen, rom ist definitiv einen besuch wert. wir haben uns auch so ziemlich alles angeschaut, was man sich in drei tagen anschauen kann. kirchen, vatikan, kolosseum, forum, pizza, spanische treppen, trevibrunnen.... den ganzen alten kram eben... alles wunderschoen und so!!

demnaechst machen wir uns auf, das viertel zu erkunden, geld zu wechseln und mal ein bisschen mit der situation fertig zu werden. unsere spanischen gehversuche erweisen sich momentan als eher verzweifelt und stammelnd, aber das wird in den naechsten tagen und wochen schon werden. irgendwie konnten wir uns bis jetzt immer versteandlich machen.

die besten gruesse ins kalte winterwunderland. sommer im februar kommt total geil vorbei, das koennt ihr uns glauben!!

auf bald

Dienstag, 7. Februar 2012

9 Stunden im kleinsten Staat der Welt

Heute ging um 10 h in den kleinsten Staat der Welt. In Rekordzeit besichtigten wir den Petersdom und erklommen dessen Kuppel, um die ewige Stadt zu schauen. Von oben hatte man einen herrlichenBlick auf den Petersplatz. Nach kurzem Rätselraten, welcher der Hügel denn nun der Palatin ist, kehrten wir erstmal in das Cafe auf dem Dach (dort treffen sich die ganzen Wachleute)und genossen einen Café. Als wir nach dem Abstieg noh der Campofiori Teutonico besuchen wollten, wurden wir leider von der Schweizer Garde abgewiesen. "Nur möglih von 7-12 h." Das sind ja unögliche Zeiten. Naja. Nach einem kurzen Spaziergang zur Engelsburg ging es dann noch ins Vatikanische Museum. Laokoon, Augustus und Sixtinische Kapelle waren natürlich grandios. Aber igendwann hatten wir auch genug. Nur den Trevibrunnen mussten wir natürlih noch mitnehmen. Lag ja auf dem Weg. Dort versammelten sich allerdings gackernde Schulklassen, die allesamt unfähig waren den Brunnen mit ihren Münzen zu treffen. Eine Mordsgaudi da zuzuschauen. Jetzt sitzen wir im Hostel und ruhen uns von unserer 9 Stunden Tour aus.

Montag, 6. Februar 2012

Na endlich...

Philipps Version: wir haben die erste Etappe geschafft. Wir sind in Rom angekommen. Doch schon diese erste kleine Strecke wurde von Highlights begleitet. Kaum am Flughafen angekommen, bemerkte ich, dass ich mein Telefon noch in der Hosentasche hatte. In der Sicherheitskontrolle mussten wir unsere gefährlichen Wanderschuhe scannen lassen und im Duty-Free-Shop griff Jakob zielsicher zu Cool Water Women, wodurch er den ganzen Tag dezent nach Rosen duftete. Der Flug über die verschneiten Alpen war traumhaft. Nachdem wir endlich Rom erreichten, realisierten wir, glaube ich, zum ersten Mal, dass es jetzt endlich los geht. Mit dem Bus ging es dann zum Termini, wo wir auch gleich, Dank unserer patentierten Das-wird-schon-laufen-Technik, ein passendes Hostel fanden. Bei unserem ersten Erkundungsausflug zum Kolosseum genossen wir ein erstes Bier, mit Blick auf das Forum Romanum in der Abendsonne. Kurz darauf wurden wir von der Polizei kontrolliert. xD Reine Routinekontrolle. Klar. Der Polizist erzählte uns währenddessen vom Schneechaos, das Rom zum ersten Mal seit 27 Jahren heimsuchte. Tatsächlich sind die Wege vereister als in Tübingen, was selbst Einkaufen zur lustigen Rutschpartie für alle Italiener macht. Wir wirken demgegenüber wie schneeerprobte Yetis. Zum Abendessen gabs Pizza umsonst und jeeeetzt PROST! Auf euch! Jakobs Version: jetzt ist es auch mal an der zeit, dass ich meinen senf hier dazugeb! Bis jetzt ging alles ohne grössere probleme vor sich, abgesehen. On bielleicht nem kleinen parfumtechnischen ausrutscher von meiner seite... Ich werde. Je wieder darüber meckern, dass in tübingen im winter nicht geräumt wird, die römer kriegens noch weniger hin! Philipps eiskunstlaufeinlagen lassen ein gewisses training in der jugend vermuten, an ihm ist eine bAllerina verloren gegangen! In unserem hostel hängen Mehr kameras als in so manchem knast, aber man kanns definitiv aushalten. Wir lassen den anstrengenden ersten tag in rom mit kolosseum, kälte, flug, bier und dem stress im allgemeinen lassen wir den tag bei, ratet mal, bier ausklingen!! Beste grüsse in die heimat!

Freitag, 3. Februar 2012

Noch 3 Tage...

...und dann gehts LOS! Von Nervosität ist gar keine Rede mehr. Es ist ein Wahn, der sich breit macht. Sieben Monate sind eine lange Zeit. Wird alles gut gehen? Was erwartet uns? Nichts verschafft Gewissheit und doch möchte man sich irgendwie vorbereiten. Ich glaube ich habe noch gar nicht wirklich verstanden, was wir da eigentlich machen. Es kann ja alles passieren und es wird auch alles passieren. Aber wenn es passiert, dann passiert es eben. Beim packen macht man sich eben Gedanken. Vor allem, wenn in den Rucksack, trotz seiner 60 Liter Fassungsvermögen, eben doch nicht alles reingeht, was man mitnehmen möchte. Aber ich gebe nicht auf und packe tapfer weiter. PACKEN! Meine Hauptbeschäftigung dieser Tage. Es ist ziemlich SCHEIßE wochenlang nur über die Reise nachzudenken und unbedingt weg zu wollen, aber es geht nicht. Die Tage krochen dahin und jetzt ist es nur noch ein Wochenende. Habe ich auch wirklich an alles gedacht? Momentan sind es 16,5 Kilo, ohne die dicken Wanderstiefel. Die passen nämlich nicht rein. Deshalb werde ich sie wohl im Flugzeug anziehen müssen. Und das andere paar Schuhe wird hier bleiben. Mist. Oder sollte ich doch nochmal alles auspacken und es versuchen?