Und wieder sind wir ein Stueck weiter gekommen. In knapp 4 Tagen haben wir die knapp 700 km von Buenos Aires nach Cordoba geschafft. Leider hatten wir recht wenig Glueck beim Trampen und immer nur kurze Lifts ergattern koennen. Dafuer waren die Menschen, die wir kennenlernten umso interesannter. Da war zum Beispiel der nete Tankstellenbesitzer, der uns Schlafplatz mit Strom, Licht und Wasser zur Verfuegung stellte, der junge Familienvater, der sehr stolz auf seinen Mittelstand war, aber umso schlechter von der Regierung sprach oder der Gaertner, der nach einem Herzinfarkt nicht mehr arbeiten konnte. Letzterer hat uns in seinem rostig rauchenden Fiat Kastenwagen mitgenommen. Er hate nur einen Sitzplatz, da hat sich Jakob einfach auf meinen Schoss gesetzt und seinen Oberkoerper, wie ein lustiger Hund, der Spass am Autofahren hat, aus dem Fenster gestreckt. Glueck hatten wir dan vor allem in Venudo Tuerto. Das war ein agrarisches Provinzkaff, sowas gibt es in Europa nicht mehr. Nachdem wir direkt am Kreisverkehr genaechtigt haben und unsere 2 Liter Weisswein aus dem Karton fuer schlappe 9 Pesos (2 Euro) noch spuerten, standen wir kaum eine Stunde und ein Camionero (LKW-Fahrer) hielt an, fragte uns wo wir hin wollen, liess uns einsteigen, fragte uns ob wir Gras dabei haben und war dann sichtlich enttaeuscht, ob unserer Verneinung. Er zeigte sich aber sehr grosszuegig, lud uns zum Essen ein und es stellte sich heraus, dass er sehr belesen war. Waehrend sich Jakob auf dem Bett hinten einem tiefen Nickerchen unterzog, erzaehlte mir der Lasterfahrer seine halbe Lebensgeschichte. Interessant wurde es aber erst richtig, als ich ihn nach den Falklandinseln fragte. Auch, wen es zuerst den Anschein hat, als ob das ein rotes Tuch ist, haben viele Argentinier eine sehr differenzierte Meinung darueber. Besagter Lasterfahrer war zum Beispiel der Ansicht, dass dieser Krieg zum einen natuerlich aufgrund des Oels gefuehrt wurde, weshalb GB auch zurueckschlug, zum anderen bericherte der Krieg aber argentinische Industrielle, welche, die in Lizenz gefertigten (auch britischen Waffen) an das eigene Land verkauften und sich so eine golden Nase verdienten. Trotzdem bleiben die Islas Malvinas eine Frage des Patriotismus und jeder Argentinier weiss, sie gehoern zu Argentinien.
Abgesetzt wurden wir dann 3 km ausserhalb von Villa Maria. Besagte 3 km durften wir dan mit unserem Gepaeck ins Zentrum latschen, um noch eine Bus nach Cordoba zu bekommen. Natuerlich begann es zu regnen. Aber wir haben es geschafft und wollten uns heute ein paar der vielen Museen anschauen fuer die Cordoba so bekannt ist. Die haben Montags aber alle geschlossen. So blieb uns nurnoch ein Stadtspaziergang und ein kleiner Einkauf fuer den Abend. Heute steht mal wieder Gemuese auf der Speisekarte, nachdem wir uns 4 Tage von Weissbrot und Reis ernaehrt haben. Danach werden wir wohl die lokale Barkultur erkunden.
Auf der Karte koent ihr unsere Route nachvollziehen. Blau haben wir in den letzten vier Tagen geschafft.
FAZIT: Trampen in Argentinien lohnt sich und macht echt Laune. Vor allem muss man sich nicht so oft waschen...
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