Hier ist er wieder: Der immer weniger aktuelle Erlebnisbericht zweier planloser Vagabunden, die sich ohne auch nur die geringste Ahnung gehabt zu haben, was auf sie zukommt, durch Suedamerika schlagen. Ja, Deutsch ist eine schoene Sprache, genauso wie das Hebraeisch, was wir uns grade tagein tagaus anhoeren.
Wir sind letztendlich doch in Buenos Aires angekommen. Zwar jeder auf seinem eingenen Weg und es wuerde viel Zeit benoetigen alles zu erzaehlen, aber wir haben es geschafft. Belassen wir es mal bei folgender Aussage: Es ist ein Erlebnis von einem argentinischen Lasterfahrer ein Stueck mitgenommen zu werden. Was jedem Einzelnen von uns auf seiner Reise passiert ist, muessen wir euch schon persoenlich erzaehlen. Vielleicht eins noch: Das Gras in Suedamerika ist anders.
Ich war bereits 2 Tage vor Jakob in Buenos Aires und habe ihn in unserem schoenen Hostel Estoril, welches hauptsaechlich von Israelis besucht wird und in dem fast ausschliesslich Hebraeisch gesprochen wird erwartet. Nach einem ausfuehrlichen Erkundungsspaziergang durch die Innenstadt, hat man sich schnell an das eigentuemliche Flair dieser Stadt gewoehnt und bemerkt, dass dieser monstroese Klotz von Stadt (immerhin 16 Mio. Einwohner) ganz angenehm sein kann. Buenos Aires wurde schon oft als das Paris Suedamerikas bezeichnet und das trifft auch ganz gut zu. Der Verkehr ist bestimmt noch schlimmer, dafuer sind die Portenos (ja ich weiss da fehlt das ~ , aber das ist ne hebraeische Tastatur verdammt) viel entspannter. Gleichzeitig findet man hier eine kuenstlerische Boheme-Atmosphaere, wie in New York und eine jugendliche Underground und Partyszene, die sich leicht mit der Berlins messen kann. Die groesseren Avenidas sind mit Baeumen gesaemt und hin und wieder eroeffnet sich plkoetzlich eine Gruenflaeche, wenn man sich mal wieder in den Haeuserschluchten verirrt hat.
So nun aber mal Tacheles. Ich sass gestern beim Fruehstueck, etwas mies gelaunt aufgrund der Tatsache, dass ich schon wieder nicht ausschlafen konnte, was man nach einem 2500 km Roadtrip einfach mal moechte, da spaziert Jakob herein. Ein grossartiges Wiedersehen. Den Rest vom Tag verbrachten wir damit uns gegenseitig die Geschichten zu Erzaehlen. Am Abend ging es dann, nur, um mal wieder den Luxus zu geniessen, ins Kino. Ghost Rider 2. In 3D und natuerlich auf Spanisch. Ein Scheiss, aber eben genau unser Geschmack. Vom St.Patricksday war darauf im Irish Pub nichts zu spueren. Darum machten wir uns auf zurueck ins Hostel. Jakob war todmuede und legte sich bald schlafen. Doch wer liess sich dann von den Israelis breittreten noch mit auf ne Party zu gehen? Klar. Philipp. Mit 10 Israelis, alle schon gut zugedroent fuhr ich mit dem Taxi zu irgendeiner Adresse, die uns der Staff des Hostels verraten hatte. Vor einer unscheinbaren offenen Tuer sass ein Typ. "Ist hier die Party?"-"Die Fiesta de Trance? Si, claro. Habt ihr irgendwelche Drogen dabei? Nur Spass. Herein Herein und viel Spass." Ja so laeuft das in Buenos Aires. Der Tranceclub war in einer versteckten alten Kirche. Ueberall wurden Drogen verkauft, die Leute waren gut drauf und fuer Philipp war das Flashlight irgendwann zu viel, darum gings wieder nach Hause. Doch wen trifft er dann vor der Tuer? Die Israelis. xD Denen gings wohl aehnlich.
Um 6h war ich wieder zu Hause. Dabei hatte die Party eben erst angefangen. In Buenos Aires machen die CLubs erst um 1 h auf. Nur am Sonntag, da oeffnen sie schon um 15 h. Am Montag muessen ja alle wieder zur Arbeit. Gestern musste ich dann ein wenig ruhiger angehen. Erst am Spaetnachmittag begaben wir uns nach Palermo, ein gerade aufstrebendes Wohnviertel. Kaum aus der UBahn draussen, ist alles viel ruhiger. An einer Ecke fanden wir eine Eisdiele. Dort wurde das Eis per 1/4, 1/2 oder im ganzen Kilo verkauft und das war guuuuut. Durch Zufall schlenderten wir in den Botanischen Garten, einer gruenen Oase am Rande der Capital Federal. Von dort aus ging es weiter nach Palermo viejo, wo jeden Samstag und SOnntag ein Kuenstlerflohmarkt stattfindet. Livemusik, Bier und Argentinierinnen. Was will man mehr, wenn man Buenos Aires besucht?
So. Das war ein bisschen langweilig. Vor allem war das interessanteste ja die Anreise. Doch Jakob sollte euch das lieber selber erzaehlen. Lustigerweise, hatten wir beide unabhaengig voneinander sehr aehnliche Erlebnisse. Dabei wurde uns bewusst, wie freundlich und vor allem hilfsbereit die Argentinier sind. Das ist ein grossartiges Land, was wir bereisen. Man stellt sich in bruetender Mittagsonne an die STrasse, haelt den Daumen raus und es gibt immer jemanden der anhaelt und dieser jemand laedt einen dann auch noch zum Essen ein oder besorgt einen Schlafplatz.
Jetzt hagelt es. Es hagelt ploetzlich. WTF?
Na, jetzt wird's aber Zeit, dass ihr euch wieder meldet!Ich bin ja heilfroh, dass ihr euch wieder gefunden habt. Und da ihr jetzt ja auch wieder in der Zivilisation seid, hoffe ich, dass wir wieder öfter von euch hören!
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