Mittwoch, 7. März 2012

WANTED

Gesucht wird ein Typ, 1,80 gross, riesiger Wuschelkopf, laesst ab und zu ein Grunzen von sich.

Ja. Nach Ushuaia hat sich Jakob aus dem Staub gemacht. Er will nach Iguazu trampen. Zumindest war das die Idee. Jetzt habe ich seit 4 Tagen nichts mehr von ihm gehoert...
Ich habe mich mittlerweile auch nach Norden aufgemacht. Nachdem wir in Ushuaia per Mail erfahren haben, dass wir fuer unseren Unterhalt in Torres del Paine selbst aufkommen muessen, musste ich da nicht mehr lange nachdenken. Im grossen und ganzen war der Freiwilligendienst zwar ganz nett und wir haben viel vom Park gesehen, was sonst keinem Touristen vergoennt ist. Aber letztendlich waren wir normale Arbeiter, die auch noch dafuer zahlen sollen, den Campingplatz saeubern zu duerfen.
Ushuaia war echt schoen. Das Ende der Welt (eigentlich streiten sich Chile und Argentinien darum, denn nur Ushuaia ist eine Stadt im Gegensatz zu Puerto Williams auf chilenischer Seite, was nur aus ein paar zusammen gewuerfelten Haeusern besteht) liegt idyllisch von Andengipfel umsaeumt an einer grossen Bucht und ist...wie soll ich sagen...eben das Ende der Welt. Wir haben einen grossen Tagesausflug unternommen, inklusive Pinguinen und Seeloewen, das ganze Programm eben. Mein Kater, der sich gegen Mittag manifestierte hatte daran eben so grosse Freude. Die uebrigen Gaeste haben das ausgiebig auskosten duerfen. Falls ihr jemals die Moeglichkeit habt Pinguine in freier Wildbahn und aus der Naehe zu betrachten, stellt sicher, das ihr noch ein wenig Restalkohol im Blut habt. Die sind sooo witzig.
Jetzt sitze ich in El Calafate, das ebenso das Ende der Welt sein koennte. Das Staedtchen liegt am Lago Argentino, dem groessten See des Landes und ist der Zugang oder sagen wir das Einfallstor fuer ganze Horden von Touristen, die sich den bis zu 100 m hohen Gletscher "Perito Morreno" ansehen moechten. Warum? Gletscher gibt es doch ueberall, koennte man jetzt anmerken, aaaaaaber der Perito Moreno gehoert zu den wenigen Gletschern der Welt, die wachsen. Taeglich sogar um einige Zentimeter. Zusaetzlich kann man hier ein grossartiges Naturschauspiel beobachten. Etwa alle zehn Jahre  nachdem der Gletscher einen Teil des Sees vom uebrigen abgetrennt hat und sich das Wasser jahrelang stauen konnte, bricht das Eis mit einer gewaltigen Explosion. Leider hat dieses Ereignis schon letzten Freitag stattgefunden. Aber deshalb stehen die Chancen nun gut mal einen Gletscher Kalben zu sehen. Das ist natuerlich ein MUST, fuer alle, die durch Argentinien reisen.
Ich habe hier unser Zelt aufgeschlagen, das Jakob nicht mitnehmen wollte. Und ein zwei deutsche Studenten getroffen. Sie sind aus Bayern. Und ich glaube sie sind etwas komisch. Na jedenfalls habe ich Gesellschaft.
Ihr haettet mich sehen sollen, als ich vorher das Zelt aufbauen wollte. Hier muss es seit einer Ewigkeit nicht mehr geregnet haben, sodass ich die Heringe trotz aller Muehen nicht in den Boden bekommen habe. Drei Mal habe ich das Zelt umgestellt. Jetzt stehts. Dafuer muss ich in den naechsten Wochen neue Heringe besorgen.

Aus Calafate. Philipp Sattler

Die die Wachen vor Buckingham Palace...


1 Kommentar:

  1. Ich sag ja, körperliche Arbeit ist nichts für dich! Bleib du mal bei deinen Geisteswissen-schaften!
    Schön von dir zu hören! Und um deine Erlebnisse am Ende der Welte beneide ich dich wirklich sehr. So cool. Pass weiterhin gut auf dich auf, vorallem solange du noch alleine unterwegs bist. Hoffentlich triffst du Jakob bald wieder.
    Ich drück dich! Bussi! Steffi

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