Sonntag, 29. April 2012

Sandboarding in San Pedro

Die wohl schoenste Stadt bisher, war definitiv Valparaiso. Eine Bucht, ein paar Schiffe, ein Sonnenuntergang und dann tausende von Lichtern auf den Huegeln der Stadt. Diesen fantastischen Ausblick konnten wir von der Terasse unseres Hostels geniesen, indem Jakob angeheuert hatte und schnell zum Inventar gehoerte. Nach ein paar Tagen machte ich mich jedoch mit Brian (DER IRE) auf nach Norden Richtung Atacama. Kaum dort angekommen wurden wir in der trockendsten Wueste der Welt von Wolken und schlechtem Wetter ueberrascht. 350 Tage Sonnenschein im Jahr und wir sahen nicht einen Stern. Naja, nach kurzem Aufenthalt in La Serena gings weiter nach SanPedro de Atacama. Obwohl uns die 16 Stunden Busfahrt noch gut in den Knochen sass stuerzten wir uns ins Nachtleben dieses Wuestenkaffs mit 2000 Einwohnern. Hier gibt es nun wirklich nichts ausser der herausragend schoenen Natur und Sand. San Pedro liegt inmitten eines Talbeckens am Rande eines riesigen Salzsees, umgeben von schroffen Felsen und den Vulkanen der Anden. Kein angenehmer Ort um ohne Wasser unterwegs zu sein. Taeglich wird immer wieder das Wasser abgestellt, wenn gar ueberhaupt Druck auf den Leitungen ist. Duschen wird hier zum Glueckspiel. Besonders spassig ist es morgens, wenn die Sonne noch nicht auf die Daecher brennt und die Temperatur noch unter Null liegt. Ein extremer Ort. Umso extremer muessen auch die Leute sein, die hier Leben. Von ein paar anderen Reisenden haben wir von wilden Feten inmitten der Wueste gehoert. Mit etwas Glueck machten wir gestern auch Bekanntschaft mit ein paar Maedels, zu einer der besagten Parties einluden. Auf der Ladeflaeche eines Pickups, voll mit verrueckten Chilenen ging es in die Dunkelheit. Wir hatten keine Ahnung wo es hingeht. Aber das Risiko hat sich gelohnt und manchmal ist es sehr eintraeglich auf sein Bauchgefuehl zu hoeren. Wer feierte schon mal die ganze Nacht an einem Lagerfeuer mitten in der Wueste unter offenem Sternenhimmel? WE DID. Irgendwann fiel uns dann ein, dass wir am naechsten Morgen Sandboarden wollten. Um fuenf waren wir zu Hause, um Acht ging es wieder raus. Fahrraeder und Sandboards gemietet und ab in die Wueste. Nach einer atemberaubenden Fahrt durch einen Salzcanyon erreichten wir die Duenen. Praedikat: WERTVOLL. Das ist hier auf jeden Fall ein muss. Auch wenn man nach dem fuenften Mal Berg hoch laufen keine Lust mehr hat, der Sand in alle Kleider gekrochen ist, so viel Spass hatte ich schon lange nicht mehr. Das groesste Erlebnis war jedoch Sebastian, der chilenische Rastafari Sanboarding Guide, der mit einer Gruppe "Barbies", wie er sie nannte unterwegs war. Er lief einfach an uns vorbei um ein paar Fotos von den Ladies zu machen, hielt uns einen Joint und fragte: "Here guys, need some extra balance?" Definitv ein guter Auftakt in den Tag. Jetzt sitzen wir im Hostel, versuchen der Hitze zu entgehen und Schlaf nachzuholen. Liebe Gruesse aus der Wueste!



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