Gestern haben wir uns nochmal Fahrraeder gemietet um nicht unnoetig viel Geld fuer organisierte Touren auszugeben. Wir wollten zum Salzsee fahren und in einer Lagune baden gehen. So war zumindest der Plan. Mit einer ungefaehren Vorstellung wo wir hin muessen, zwei Mountainbikes, Stirnlampen, Ersatzschlauch, Reparaturkit und genuegend Wasser ausgestattet ging es also los. Raus aus San Pedro auf die Landstrasse, die an der malerischen Cordillera entlang fuehrt und radeln, radeln, radeln. Es war heiss. Es war trocken und machte unglaublich Spass. Wir wuessten, dass wir nach etwa 8 Kilometern abbiegen muessen, hatten aber keine Ahnung, wann wir besagte Kilometerzahl erreichen. Irgendwann erschien tatsaechlich ein Schild am Strassenrand, mit dem Namen der Laguna Cejar darauf. Erleichtert bald das ZIel erreicht zu haben, bogen wir also ab. Das Wort Strasse traf nun nicht mehr ganz zu. Von der SOnne festgebrannter Lehm, Sand, Kies und Schlagloecher wechselten sich im Sekundenrhythmus ab. In wenigen Augenblicken hatte sich die Landschaft von Steppe zur Wueste verwandelt und mittendrin zwei Gringos, die keine Ahnung von dem hatten, was sie da tun. Unermuedlich traten wir weiter in die Pedale. Unsere MTBs taten tapfer ihre Arbeit, denn in diesem Gelaende lag ihre Bestimmung. Doch vom Salzsee und der Lagune war weit und breit nichts zu sehen. Am Horizontr erschien STaub, wie ihn die Autos hier stetig aufwirbeln. Die Ursache konnte ja nur einer der klimatisierten Tourbusse sein. Folglich waren wir wohl auf dem richtigen Weg. Pause. Wasser. Wasser hat hier einen ganz anderen Wert. Fuer 1,5 Liter zahlt man fast 3 Euro. Jeder Schluck ist eine Wohltat und ein wenig zu verschuetten ist bereits masslose Verschwendung. Dann ging es weiter. Die "Strasse" sah schon lange nicht mehr so aus, als waere sie regelmaessig befahren. Aber wir dachten uns nichts dabei. Es war ja noch hell und wir hatten noch etwa 2 Stunden Tageslicht. Die Piste war nun immer oefter versandet und das Fahren fiel uns immer schwerer. Ploetzlich standen wir vor einer fuenf Meter hohen Sandduene. Offensichtlich die Ursache, fuer die maessige Instandhaltung der Piste. Uns blieb nichts anderes uebrig, als hinaufzuklettern, um uns wenigstens Mal zu orientieren, ob wir auch nur Ansatzweise in der richtigen Richtung unterwegs waren. Nein. Waren wir nicht. Am Horizont zeigte sich eine weisse Ebene. Der Salzsee. Etwas resigniert setzten wir uns in den Sand, tranken einen Schluck Wasser und genossen die Stille.
In der Wueste ist es still. Jeder kennt die Stille, wenn jemand etwas sagt, was offenbar die ganze Runde falsch verstanden hat. Ungefaehr so hoert sich die Wueste an. Die Stille ist schneidend und unangenehm. Man versucht ihr aus dem Weg zu gehen und ain Gespraech zu fuehren, doch das gelingt nicht immer und dann: STILLE. Wenn man sich aber dafuer Zeit nimmt...Ploetzlich bemerkt Brian, er hoere Stimmen. Ich schaue ihn schraeg an und ueberlege mir schon was ich darauf jetzt entgegnen solle, doch da waren tatsechlich Stimmen. Zumindest eine. Wir standen auf, hoben die Hand an die Stirn und versuchten den Ursprung der Stimmen auszumachen. Noch einmal die Situation: Wir, Duene, rundherum nichts als Sand und trockene Straeucher, hier und da ein einzelner Baum. Da sehen wir vielleicht hundert Meter entfernt einen Typ auf uns zustapfen. Vollkommen vor den Kopf gestossen blicken wir ihm entgegen und warten bis er unsere Duene erreicht. "Hola, que tal? Habt ihr hier drei Leute vorbeikommen sehen?" - "Nein? Hier ist weit und breit niemand ausser uns." - "Ok. Na die werden sich schon nicht verlaufen. Hallo, ich bin Miguel. Raucht ihr?"
In Chile trifft man sogar in der Wueste nur nette Leute und alle bieten ein Tuetchen an. Ein sehr gastfreundliches Land dieses Chile. Als er sich verabschiedete und wieder ins nichts stapfte, empfohl er uns noch einen Baum. Auf die Frage: Warum ausgerechnet dieser Baum?, antwortete er, wegen dem Sofa und dem besten Blick auf den Sonnenuntergang.
Das war der beste Sonnenuntergang meines Lebens.
Boah...Das klingt fabelhaft.
AntwortenLöschenJa, das hört sich ganz nach euch an! Etwas neidisch bin ich ja schon auf eure Erlebnisse. Geniesst es! Und passt weiterhin gut auf euch auf!
AntwortenLöschenBussi STeffi